Kontrolle oder Leck?

Fessenheim: Block 1 muss erneut vom Netz

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

So, 02. April 2017 um 20:14 Uhr

Südwest

Block 1 des Atomkraftwerkes Fessenheim ist in der Nacht von Freitag auf Samstag abgeschaltet worden. Nach einem Zeitungsbericht sei ein Leck am Kühlkreislauf aufgetreten.

In einer offiziellen Darstellung des Kraftwerkbetreibers EdF im Internet war von einer Kontrolle am abgeschalteten Reaktor während des Wochenendes die Rede. Die Zeitung Dernières Nouvelles d’Alsace berichtet hingegen, am Kühlkreislauf sei ein Leck aufgetreten und mehrere Dutzend Liter Wasser seien ausgelaufen. Das Unternehmen nahm am Wochenende auf Anfrage der Badischen Zeitung keine Stellung. Nach Angaben des französischen Stromnetzbetreibers RTE sollten die Arbeiten am späten Sonntagabend beendet sein. EdF kündigte an, es könne zur Wasserdampfentwicklung über dem Akw kommen. Dabei trete aber keine Radioaktivität aus.

Block 1 stark problemanfällig

Bereits vor einer Woche war es in Block 1 zu Problemen am Sekundärkreislauf gekommen, so dass der Reaktor mehrere Stunden gedrosselt werden musste. Block 2 ist seit Mitte Juni 2016 abgeschaltet. Die Atomaufsicht hatte das Prüfzertifikat für einen Dampferzeuger in Block 2 aufgehoben. Nachdem schwerwiegende Fehler bei der Herstellung entdeckt worden waren, ist nach wie vor unklar, ob er ohne Sicherheitsrisiko in Betrieb gehen kann. Anfang März hatte das Amtsgericht Guebwiller EdF nach zwei Rohrbrüchen im Jahr 2015 im Block 1 zu einer Geldstrafe verurteilt. Kritiker fordern seit Jahren die sofortige Abschaltung des Kraftwerkes.

Mehr zum Thema: