Gesundheitsversorgung

Folge der Grippewelle: Die Blutkonserven im Südwesten werden knapp

dpa, Charlotte Janz

Von dpa & Charlotte Janz

Di, 13. März 2018 um 16:43 Uhr

Südwest

Wegen der Grippe- und Erkältungswelle werden Blutkonserven in Hessen und Baden-Württemberg knapp. Das Deutsche Rote Kreuz ruft verstärkt zu Spenden auf. Auch die Uniklinik Freiburg bittet darum. Aber nicht jeder Mensch darf Blut abgeben.

Wegen der Grippe- und Erkältungswelle sind Blutkonserven in Hessen und Baden-Württemberg knapp. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das für beide Bundesländer einen Blutspendedienst unterhält, ruft daher verstärkt zu Spenden auf. Auch die Uniklinik Freiburg bittet darum.

Menschen mit grippalen Infekten sind nicht zur Blutspende zugelassen. Kranke, die Antibiotika zur Behandlung nehmen, dürfen bis zu vier Wochen nach Einnahme der Medikamente ebenfalls kein Blut spenden.

"Auch wenn der Spendenstand an der Uniklinik Freiburg derzeit niedrig ist, können alle Patientinnen und Patienten, die Blutkonserven benötigen, aus dem Depot versorgt werden." Pressesprecher Simon Blunck
Wie eine Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes am Dienstag sagte, haben in der vergangenen Woche so wenig Menschen gespendet, dass in beiden Ländern etwa acht Prozent der normalerweise vorhandenen Konserven fehlt. "Die Notfallversorgung ist zwar gewährleistet, aber die vorhandenen Blutkonserven sind eigentlich zu wenig", sagte die Sprecherin.

Auch am Universitätsklinikum Freiburg gibt es weniger Blutkonserven als üblich. "Sorgen machen muss sich aber keiner", sagt Pressesprecher Simon Blunck. Auch wenn der Spendenstand an der Uniklinik derzeit niedrig sei, könnten alle Patientinnen und Patienten, die Blutkonserven benötigen, aus dem Depot versorgt werden.

Da die Blutgruppe 0 Rhesusfaktor negativ allerdings besonders häufig benötigt werde, und nur wenige Menschen diese Blutgruppe haben, ruft die Uniklinik Freiburg besonders Menschen mit dieser Blutgruppe zur Spende auf.

Noch ist die Grippewelle nicht vorbei

Um die Lücken in ihren Beständen zu schließen, bittet der DRK-Blutspendedienst gar alle gesunden Menschen darum, Blut zu spenden. Den aktuellen Rückgang führt das Rote Kreuz auf die Grippeerkrankungen zurück. Das Robert-Koch-Institut spreche immer noch von einer "stark erhöhten Influenza-Aktivität", so das DRK.

Gleichwohl habe sich die Situation in den vergangenen Wochen stetig verbessert. Noch Ende Februar fehlten etwa 15 Prozent der normalerweise vorhandenen Konserven. Die Haltbarkeit von Blut ist gering, das DRK kann daher keine langfristigen Vorräte anlegen. In Hessen werden nach Angaben des DRK täglich etwa 900 Blutkonserven benötigt; in Baden-Württemberg sind es ungefähr 1800 Konserven. Das Blut - eine Konserve enthält 500 Milliliter - wird für Operationen, zur Unterstützung von Krebspatienten und bei Unglücksfällen benötigt.
Information

Hier gibt es Informationen zum Blutspendezentrum an der Uniklinik Freiburg: uniklinik-freiburg.de

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