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20. Oktober 2014

Grüne beider Länder hoffen auf Hollande

Umweltminister Untersteller und Emmanuelle Cosse erwarten das Ende von Fessenheim.

STUTTGART/PARIS. Ungeachtet jüngster Irritationen aus Paris rechnen Grünen-Politiker in Baden-Württemberg und Frankreich weiter damit, dass Staatspräsident François Hollande das Atomkraftwerk Fessenheim, wie angekündigt, 2016 abschalten lässt.

Diesen "sicheren Eindruck" habe er unlängst aus Paris mitgenommen, berichtete Energieminister Franz Untersteller BZ-Leserinnen und -Lesern jetzt bei einem Informationsbesuch in Stuttgart. Der Grünen-Politiker war in Paris mit Jean-Michel Malerba zusammengetroffen, dem Regierungsbeauftragten Hollandes für die Stilllegung Fessenheims. In Malerbas Behörde seien "alle auf diesen Schritt eingestellt", sagte Untersteller.

Auch die Generalsekretärin der französischen Grünen, Emmanuelle Cosse, zeigt sich überzeugt, dass Hollande sein Wahlversprechen halten wird. In einem Interview von France Info sagte sie, Hollande habe ihr persönlich versichert, das Akw Fessenheim werde vor 2017 vom Netz genommen.

Energieministerin Ségolène Royal dagegen hatte jüngst wissen lassen, sie wolle die Vorschläge des Fessenheim-Betreibers Electricité de France (EdF) und der Atomaufsicht abwarten. "Wenn uns EdF sagt, es sei angebracht, zwei andere Reaktoren stillzulegen, weil diese gefährlicher seien, und sich die Atomaufsicht dem anschließt, werde ich Position beziehen", sagte Royal dieser Tage. Für sie sei nicht ausgemacht, dass ausgerechnet Fessenheim und nicht zwei andere Reaktoren abgeschaltet würden. Im Zweifel sei es zudem besser, ein Akw dort vom Netz zu nehmen, wo weitere Blöcke in Betrieb bleiben und nicht gleich ein ganzer Standort dichtmachen muss. Letzteres aber wäre in Fessenheim der Fall.

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Das neue französische Energiegesetz sieht vor, dass EdF künftig nicht mehr als 50 Prozent seiner Strommenge mit Atomkraftwerken produzieren darf.

Autor: Stefan Hupka und Bärbel Nückles