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02. Juli 2011
"In Peru erleben wir einen Lernprozess"
DREI FRAGEN AN Wolfgang Sauer, Domdekan in Freiburg.
FREIBURG. Vor 25 Jahren schlossen die Erzdiözese Freiburg und die Kirche von Peru eine Partnerschaft. Trifft das Wort den Zustand und welche Zukunft hat das Projekt? Das fragt eine Jubiläumstagung der Katholischen Akademie an diesem Wochenende. Stefan Hupka sprach darüber mit dem Mitveranstalter, Domdekan Wolfgang Sauer (63).
BZ: Monsignore, das sind zwei ganz unterschiedliche Weltgegenden. Kann man das wirklich Partnerschaft nennen, oder ist es mehr eine Patenschaft?Sauer: Das müssen wir uns immer wieder selbstkritisch fragen. Wir wollten unsere Schwestern und Brüder dort nicht zu Almosenempfängern degradieren, sondern ernst machen mit dem Gedanken des II. Vatikanischen Konzils von einer Verantwortung der Ortskirchen füreinander. Dass die Erzdiözese es in Peru gleich mit einer ganzen Landeskirche zu tun hat, ist eine zusätzliche Herausforderung.
BZ: Worin lebt eine solche Partnerschaft?
Sauer: Durch drei Säulen: Spiritualität, Kommunikation und Solidarität. Gegenseitige Besuche nehmen einen ganz hohen Rang ein. So ein Projekt lebt nur, wenn man einander immer wieder sieht und die Lebenswelt der Partner kennenlernt. Zu sehen, wie eine Volkskirche, trotz ihrer viel geringeren Ressourcen, Vitalität, Charme und Frömmigkeit ausstrahlt, ist für uns Deutsche und unsere Maßstäbe ein wertvoller Lernprozess.
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Sauer: Andere Bistümer haben das probiert, wir nicht. Wir würden damit einer ohnehin personell schwach aufgestellten Ortskirche noch Kräfte rauben.
Autor: hup
