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18. Oktober 2010

Jungforscher haben ein neues Zentrum

Schulen, Hochschule und Wirtschaft arbeiten bei der Ausbildung junger Naturwissenschaftler eng zusammen.

  1. Das Phänovum-Konzept: Bereits früh und praxisnah Forschen Foto: EHRENTREICH

LÖRRACH. Das Schülerforschungszentrum "phaenovum" auf dem Gelände des Lörracher Hans-Thoma-Gymnasiums ist jetzt mit allen drei Fachbereichen unter einem Dach und hat damit einen festen Ort. Am Samstag wurde der Neubau eingeweiht, der mit dem alten Gebäude durch eine Brücke verbunden ist. Alle Redner betonten beim Festakt am Samstag die Bedeutung der Einrichtung, die es so ähnlich im Land nur noch einmal – nämlich in Bad Saulgau – gibt.

Die Region am Oberrhein brauche naturwissenschaftlichen und technischen Nachwuchs, brauche leidenschaftliche Forscher, sagte etwa Klaus Endress, sonst könne sie angesichts des drohenden Fachkräftemangels nicht bestehen. Sein Unternehmen Endress und Hauser unterstützt das Schülerforschungszentrum wie andere Firmen auch mit Patenschaften, eine der finanziellen Säulen des Projekts. Auch die EU ist über ihr Interreg-Programm mit im Boot. Rund eine Million steuerte sie bei, dies erst machte den Neubau und die hochwertige Ausstattung möglich.

15 Laborplätze der Sicherheitsstufe 1 gibt es jetzt, außerdem 20 Plätze für IT/Robotik und Vorbereitungsräume. Damit – aber auch durch einen hohen Praxisbezug, engagierte Betreuung und die Anbindung an Wirtschaft und Universitäten – finden junge Naturwissenschaftler und künftige IT-Spezialisten hier optimale Bedingungen vor – und die Region hat mit ihrer Hilfe die Chance, "die Nasenspitze Vorsprung zu verteidigen", wie Regierungspräsident Julian Würtenberger es ausdrückte.

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Wurzel des "phaenovum" ist die Physik-AG am Hans-Thoma-Gymnasium, die lange Jahre bei Wettbewerben Preis um Preis bis hin zu Weltmeistertiteln einfuhr, aber auch das IT-Seminar an der Dualen Hochschule. Hinzu kam der Fachbereich Biologie/Chemie/Life Sciences an der Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut. 2007 wurde mit Lörrachs Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm an der Spitze der Verein "phaenovum-Schülerforschungszentrum Lörrach-Dreiländereck" gegründet, der die drei Fachbereiche zusammenband; 2008 zog der Fachbereich Physik/Nano Sciences in das Hausmeister-Gebäude. Die anderen beiden Fachbereiche blieben zunächst in Waldshut und an der Dualen Hochschule. Seit Samstag sind die drei vereint. Damit besteht die Chance, dass sie künftig nicht nur gleichberechtigt wahrgenommen werden, sondern intensiver noch als bisher interdisziplinär zusammen arbeiten.

Längst hat das "phaenovum" nicht mehr nur die älteren und die besonders begabten Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis im Blick, sondern zielt in die Breite. Ein Netzwerk an Partnerschulen auch in der Nordwestschweiz und im Elsass ist im Aufbau, beim Tag der offenen Tür nach dem Festakt demonstrierten auch französische Schüler ihre Versuchsaufbauten. Über Workshops werden jüngere Schülerinnen und Schüler angesprochen. 35 Partner wirken inzwischen für diese Einrichtung zusammen, die allenthalben als vorbildlich gepriesen wird. Und auch das Land lässt das Lörracher Schülerforschungszentrum nicht ganz allein. Es trägt ein Kontingent an Lehrerstunden bei.

Autor: Sabine Ehrentreich