Kommission Kinderschutz gegründet

DS

Von DS

So, 30. September 2018

Südwest

Der Sonntag Landesregierung will politische Folgen aus dem Staufener Missbrauchsfall ziehen.

Der baden-württembergische Ministerrat hat in dieser Woche offiziell eine "Kommission Kinderschutz zur Aufarbeitung des Missbrauchsfalls in Staufen und zur Weiterentwicklung des Kinderschutzes" eingerichtet. Das zehnköpfige Gremium, das sich aus Vertretern von fünf Ministerien und externen Experten zusammensetzt, soll es sich zur Aufgabe machen, eine umfassende Analyse des Handelns aller beteiligten Institutionen und der rechtlichen Bestimmungen auf mögliche Defizite im Kinderschutz im Land vorzunehmen und binnen eines Jahres ein Konzept für Verbesserungen und zur Weiterentwicklung vorlegen. Nachdem kürzlich Jugendamt und Gerichte einen internen Abschlussbericht rund um den Fall des von seiner Mutter und deren pädophilen Lebensgefährten missbrauchten sowie zum Missbrauch verkauften Jungen vorgelegt hatte, ist die Aufarbeitung des Falls nun in der Landesregierung angekommen. Dort sollen politische Konsequenzen gezogen werden. Die schrecklichen und unfassbaren Sexualverbrechen im Fall Staufen, bei dem das Vertrauen eines Kindes in seine engsten Bezugspersonen auf das Grauenhafteste zerstört worden ist, seien zutiefst erschütternd und machen fassungslos, betonte der stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl (CDU). "Aber es zeigt eben auch, dass die Rolle des Staates als Wächter und Beschützer unserer Kinder von überragender Bedeutung ist", so Strobl weiter. "Politik und Gesellschaft müssen alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um Gewalt gegen und sexuellen Missbrauch an Kindern zu verhindern", sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (Bündnis 90/Die Grünen). "Dazu gehört auch, dass wir die Kommunikationsstrukturen aller an den Kinderschutz-Verfahren Beteiligten genau unter die Lupe nehmen und nachbessern. Die Richtschnur dabei sollte sein: Jeder muss künftig von jedem alles Wichtige wissen", so der Vorsitzender der neuen Kommission weiter.DS