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06. September 2009 19:37 Uhr
Schutz der Fischbestände
Kormorane werden zum Abschuss frei gegeben
Der Jäger wieder zum Gejagten: Das Regierungspräsidium hat erneut die Jagd auf den Kormoran am Rhein, im Wutachtal und am Bodensee genehmigt. Zwar soll sichergestellt werden, dass andere Wasservögel unbehelligt bleiben. Naturschützer sind dennoch alarmiert.
FREIBURG. Die so genannte Vergrämung der Kormorane soll vor allem helfen, die Fischbestände zu schützen. Dem Kormoran wird unter anderem das Verschwinden der geschützten Äschen aus Rhein und Bodensee angelastet. Berufsfischer und Angler machen den Vogel, der bis zu 500 Gramm Fisch am Tag frisst, außerdem für sinkende Fangerträge verantwortlich; jagende Kormorane wurden immer wieder dabei ertappt, wie sie Fische aus den Netzen reißen und auffressen oder so schwer verletzen, dass sie unverkäuflich sind.
Um den Schadensdruck auf die wertvollen Fischarten auch im Spätwinter zu verringern, erlaubt das Regierungspräsidium den Kormoranabschuss nun sogar bis 15. März 2010. Die Notwendigkeit hierfür habe sich im vergangenen Winter gezeigt, heißt es dazu aus der Behörde. Zudem sei das Störpotenzial der Vergrämung auf andere Wasservögel nach einer Studie der Universität Freiburg als gering und in Anbetracht des Fischartenschutzes als tolerierbar einzuschätzen.
Die Abschussgenehmigung des Regierungspräsidiums gilt für Teile des Restrheins, des oberen Wutachtals sowie für den Bodensee-Untersee. Und im Bereich des Ermatinger Beckens – außerhalb des Naturschutzgebietes Wollmatinger Ried-Untersee-Gnadensee – dürfen die Vögel anders als im Vorjahr vom Boot aus mit schallgedämpften Gewehren erlegt werden.
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Naturschützer reagierten darauf mit Unverständnis. "Für die Fische dürfte sich die Lage nicht verbessern", sagte Hannes Huber, Sprecher des Nabu in Baden- Württemberg. Der Verband wehrt sich auch weiter juristisch gegen die umstrittene Scheinwerferattacke zur Dezimierung der Kormoranbrut, die im April 2008 bei Radolfzell für Aufsehen sorgte.
Das Regierungspräsidium hatte auch dafür die Erlaubnis erteilt. Auf den Fischbestand habe sich der Scheinwerfer-Angriff aber kaum ausgewirkt, sagte Huber. Beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim ist deswegen eine Klage des Nabu anhängig. Hingegen haben die Naturschützer vor dem Freiburger Verwaltungsgericht bereits eine Niederlage einstecken müssen.
- Offenburg: Mehr Kormorane als Einwohner
- Simonswald: Kormorane reduzieren den Fischbestand
Autor: Maikka Kost
