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12. April 2010 00:06 Uhr

Fortbildung in den Ferien

Kultusministerin Schick rudert nach Kritik zurück

Die Lehrer in Baden-Württemberg sollen sich nach dem Willen von Kultusministerin Marion Schick außerhalb der Unterrichtszeit fortbilden. Von diesem Grundsatz könne es nur wenige Ausnahmen geben, sagte sie.

  1. Die baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick. Foto: dpa

"Wenn Unterrichtszeit dafür verwendet wird, muss es eine sehr stichhaltige Begründung geben." Die SPD-Landtagsfraktion zeigte sich am Sonntag zufrieden mit diesem Vorschlag. Zuletzt hatten die Sozialdemokraten Schick kritisiert, sie habe mit einer Äußerung bei einem Treffen mit der Landeschefin der Lehrergewerkschaft GEW, Doro Moritz, weitere Unterrichtsausfälle geradezu herbeigeredet.

Auch Finanzminister Willi Stächele (CDU) hatte in einem Interview mit der Badischen Zeitung sagte, die Unterrichtszeit müsse uneingeschränkt und ohne Abstriche für den Unterricht genutzt werden. Er knüpfte an Beschlüsse des Finanzausschusses im Landtag an, der gefordert hatte, pädagogische Tage so zu legen, dass dadurch möglichst wenig Unterricht ausfällt. Die Parlamentarier waren einer Mahnung des Rechnungshofes gefolgt, wonach in vergangenen Jahren zum Teil mehr als die Hälfte der Tage zur Lehrerfortbildung in die Unterrichtszeit fiel.

Schick, die seit Februar im Amt ist, hatte bei ihrer ersten Begegnung mit Moritz erklärt, der Unterricht könne auch einmal ausfallen, wenn es ins pädagogische Konzept passe und Eltern frühzeitig informiert würden. Nun erläuterte sie, wann sie Ausnahmen für möglich hält: "Wenn ein Kollegium zum Beispiel zur Vorbereitung des gemeinsamen Unterrichts behinderter und nicht behinderter Kinder sagt: "Wir schauen uns gemeinsam an, wie an der Sonderschule unterrichtet wird, mit der wir zusammenarbeiten."

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In vielen anderen Fällen muss nach den Worten der Ministerin genau geprüft werden, ob die Lehrerfortbildung während der Unterrichtszeit wirklich notwendig ist: "Ein Negativbeispiel, bei dem es keinen Sinn ergibt, wertvolle Unterrichtszeit zu verwenden, wäre die Begründung: ,Wir machen an einem pädagogischen Tag etwas, bei dem eine Gruppe von Schülern dabei sein muss.’ Wir gehen hier im Ministerium nicht davon aus, dass Schüler in der unterrichtsfreien Zeit nicht an Projekten des Kollegiums zum Pädagogischen Tag mitwirken würden."

Die Ministerin will nun von den Schulen eine umfassende Bestandsaufnahme: "Über den Auftrag des Finanzausschusses hinausgehend werden wir die Schulen dazu verpflichten, im kommenden Schuljahr über ihre Erfahrungen mit dem Pädagogischen Tag zu berichten. Wenn dieser Tag während der Unterrichtszeit stattgefunden hat, muss dafür eine Begründung ersichtlich werden." Schick fügte hinzu, beim schwierigen Thema Lehrerarbeitszeit setze sie auf die Eigenverantwortung der Schulen und ihrer Kollegien. Wenn die Lehrer je nach Fach unterschiedlich belastet seien, dürfe es im Kollegium kein Tabu sein, dies zu thematisieren und einen Ausgleich bei der Übernahme weiterer Aufgaben anzustreben.

Autor: dpa