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24. September 2010 18:59 Uhr
Standortfrage
March will gegen die Autobahnraststätte klagen
Regierungspräsident Julian Würtenberger legt sich fest: Die neue Autobahnraststätte Schauinsland wird in March-Holzhausen stehen – auch gegen den Willen der Kommune. March hatte versucht, Tatsachen zu schaffen.
Die fetten Jahre sind vorbei, mit dem Auslaufen des Konjunkturprogramms des Bundes müssen die Straßenbauer im Regierungspräsidium den Gürtel enger schnallen. Gespart werden soll vor allem am Ausbau der Autobahn 98 im Süden. Kräftig weiter gebaut wird dagegen an der B 33.
30 Millionen weniger und damit insgesamt 247 Millionen Euro stehen dem Regierungsbezirk Freiburg für den Ausbau und Unterhalt seiner Straßen zur Verfügung. Ein Minus von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das kommende Jahr, stellte das Regierungspräsidium am Freitag bei der Vorstellung seines jährlichen Straßenbauberichts klar, droht dem Bezirk sogar, dass man noch stärker Kürzungen der Bundesmittel spüren werde. Es könnte kommen wie 2008, als Südbaden nur 230 Millionen Euro in seine Verkehrswege stecken konnte.
Bemerkbar macht sich das laut Regierungspräsident Julian Würtenberger zunächst am Hochrhein, wo sich der Ausbau der Autobahn 98 weiter verzögern wird. Der Abschnitt zwischen Murg und Hauenstein wird statt 2011 erst 2012 abgeschlossen, für den Abschnitt Autobahndreieck Hochrhein – Karsau wird statt 2014 nun erst 2015 das Finish angepeilt.
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Es bleibt also mehr Zeit, sich dem "Sorgenkind", wie es Würtenberger nennt, dem Abschnitt zwischen Karsau und Wehr zu widmen. So genannt auch deshalb, weil die nun "umfassend überarbeitete" Planung noch der Zustimmung aus Brüssel harrt, und auch der Regierungspräsident ist sich bewusst, dass die gewählte modifizierte Bergtrasse 2 "nicht konfliktfrei zum Naturschutz" verläuft.
Starten kann dagegen schon im Oktober der vierspurige Ausbau des 5,4 Kilometer langen Abschnitts der B 33 zwischen Offenburg-Elgersweier und der Anschlussstelle Gengenbach-Nord. Bei dem zehn Millionen Euro teuren Projekt muss bis 2013 etwa die Brücke der Kreisstraße 5326 zwischen Ortenberg und Zunsweier abgebrochen und ersetzt werden.
Von so kurzfristigen Perspektiven können Gottenheimer nur träumen. Ihnen stellte Würtenberger zwar in Aussicht: "Die Unvollendete bei Gottenheim wollen wir nicht", und legte sich damit auf den Ausbau der B 31-West Richtung Breisach fest. Mehr aber auch nicht. Zwar werde man nun das Planverfahren zu Ende bringen, danach sei man aber darauf angewiesen, dass Land und Bund die eigene Dringlichkeitseinschätzung teilen und das nötige Geld zur Verfügung stellen. "Wenn alle Schritte wie zu erwarten glatt durchlaufen", hält Würtenberger ein Bauende 2020 für realistisch.
Zusagen machte der Regierungspräsident auch den Hochdorfern, die einen Ausbau der Raststätte Schauinsland nicht mehr fürchten müssen. Dort reichen die Stell- und Ruheplätze für den Lkw-Verkehr nicht mehr aus. Würtenberger legte sich nun auf einen Neubau der Raststätte in March-Holzhausen fest. Er will auch unterbinden, dass die Gemeinde March das von ihr am selben Ort gewünschte Gewerbegebiet errichtet. March hatte kürzlich auf dem Gelände mit Erdarbeiten begonnen und so versucht, vollendete Tatsachen zu schaffen.
Kein Wunder, dass nun das Rathaus gegen diese Veränderungssperre rechtliche Schritte ankündigt. Auch Würtenberger sagt: "Ich gehe davon aus, dass wir darüber noch streiten werden", verweist aber auch auf das noch ausstehende Planfeststellungsverfahren. Hier ständen den Marchern noch alle Einspruchsmöglichkeiten offen.
- Standortdiskussion: Raststätte Schauinsland nach March-Holzhausen?
Autor: Michael Brendler, Manfred Frietsch
