Mehr Einsatz für Gewässer

dpa

Von dpa

Mo, 07. Januar 2019

Südwest

Forderung der Naturschützer.

RADOLFZELL (dpa). Naturschützer haben am Wochenende bei einer Aktion in Radolfzell stärkere Anstrengungen für die Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer in Baden-Württemberg gefordert. "Im Südwesten kann praktisch kein Fluss mehr frei fließen", beklagten die Landesvorsitzenden der Umweltorganisationen Nabu und BUND, Johannes Enssle und Brigitte Dahlbender.

Deutschlandweit seien nur acht Prozent der Bäche, Flüsse und Seen in einem guten Zustand, erklärten sie anlässlich einer Protestaktion am Rande der 43. Naturschutztage am Bodensee (3. bis 6. Januar). "Grund dafür sind die massiven Eingriffe des Menschen in Flussläufe und Auen sowie Stoffeinträge aus der Landwirtschaft und der Industrie."

Die Teilnehmer riefen zur strikten Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU auf. "Die WRRL ist der Garant dafür, dass unsere Flüsse und Bäche im Land sauberer werden", hieß es. "Klare Flüsse, Seen und Grundwasservorräte sind überlebenswichtig für Tiere, Pflanzen und uns Menschen. Die EU-Richtlinie sichert damit auch den Schutz und Erhalt des Bodensees als größtem Trinkwasserspeicher Europas." Der Schutz der Gewässer sei in Gefahr, da die EU "auf Druck der industriellen Landwirtschaft" die bisherigen Qualitätsstandards herabsetzen könnte. Mit Blick auf die im Mai anstehenden Kommunal- und Europawahlen riefen die beiden Verbände zur Wahl von Parteien und Kandidaten auf, die sich aktiv für den Naturschutz engagieren.

Die Naturschutztage am Bodensee werden seit den 1970er Jahren veranstaltet. Insgesamt kamen nach Angaben der Verbände am diesjährigen Dreikönigswochenende rund 1100 Aktive und Naturschutzinteressierte nach Radolfzell.