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14. August 2012
BZ-Interview
Karl-Heinz Bühler vom Universitätsbauamt Freiburg über den Sanierungsstau
Für die Sanierungen in der Universität Freiburg einschließlich des Uniklinikums ist das Universitätsbauamt zuständig. Mit dessen Leiter Karl-Heinz Bühler sprach Wulf Rüskamp.
Für die Sanierungen in der Universität Freiburg einschließlich des Uniklinikums ist das Universitätsbauamt zuständig. Mit dessen Leiter Karl-Heinz Bühler sprach Wulf Rüskamp.
BZ: Herr Bühler, wie groß ist der Sanierungsstau an der Universität Freiburg?
Bühler: Den Sanierungsbedarf haben wir schon 2004 erhoben. In der Summe ergab das Investitionen in Höhe von 210 Millionen Euro für die Gebäude der Universität ohne Universitätsklinikum. Davon haben wir inzwischen einiges in Angriff genommen.
BZ: Ist da die Universitätsbibliothek mitgerechnet, mit 44 Millionen Euro wohl eines der größten Sanierungsvorhaben im Land, ja fast ein halber Neubau?
Bühler: Es handelt sich dabei um eine erweiterte Sanierung und Umstrukturierung, weil sich die Abläufe innerhalb der Bibliothek wesentlich ändern werden, ebenso das städtebauliche Umfeld. Dies ist sicher eines der größten Projekte, aber es laufen noch andere Vorhaben wie die Sanierung des Chemiehochhauses – auch ein 35-Millionen-Euro-Projekt – oder Gebäude im Uniklinikum, alles zweistellige Millionenbeträge.
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BZ: Warum ist der Sanierungsstau so groß? Ist da lange nichts gemacht worden?
Bühler: Dass bei uns der Sanierungsbedarf so groß ist, darf nicht verwundern, denn wir haben einen sehr großen Gebäudebestand mit rund 500 0000 Quadratmeter Nutzfläche, und zwar Universität einschließlich Klinikum – oder 350 Gebäude mit einem Zeitwert von mehr als zwei Milliarden Euro: eine Stadt in der Stadt.
BZ: Warum müssen die Gebäude saniert werden? Sind sie veraltet?
Bühler: Es sind verschiedene Gründe. Natürlich haben wir es mit einem alten Immobilienbestand zu tun: Das Kollegiengebäude I etwa stammt aus der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert. Wir haben sanierungsbedürftige Bauten aus der Nachkriegszeit, vor allem aber haben wir technisch sehr aufwendige Gebäude, etwa Laboratorien oder Kliniken. Deren technische Anlagen gelten nach 20, 30 Jahren als veraltet. Dazu kommen neue Auflagen, denken Sie an die Energiesparverordnungen, an Vorschriften zu Brandschutz oder Barrierefreiheit. Und dann stellen die Wissenschaftler und Mediziner heute höhere technische Anforderungen an ihre Gebäude.
BZ: Wie viel Geld steht Ihnen im Jahr für Sanierungen zur Verfügung?
Bühler: Unsere jährlichen Bauausgaben belaufen sich im Durchschnitt auf 50 bis 60 Millionen Euro für Sanierungen, Neubauten und Bauunterhalt.
BZ: Wie viel müssten Sie ausgeben, um alles in Angriff zu nehmen, was an Freiburger Universität sanierungsbedürftig ist?
Bühler: Ich glaube, was wir jetzt haben, ist ein angemessener Betrag. Denn wir müssen das Geld auch verbauen können. Meistens handelt es sich ja um Sanierungsvorhaben bei laufendem Betrieb, etwa im Fall der Bibliothek. Da kommt man einfach an Grenzen. Aber das Sanieren wird in den nächsten Jahren nicht aufhören. Wir haben zwar in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich viel gemacht, doch auch diese Gebäude kommen in ein paar Jahren wieder an ihre Nutzungsgrenze.
BZ: Rangiert Sanierung vor Neubau?
Bühler: In den vergangenen Jahren haben wir mehr Geld für Sanierung als für Neubau ausgegeben und auch mehr Sanierungsprojekte ausgeführt. Aber von Fall zu Fall wird sich die wirtschaftliche Überlegung stellen, ob Neubau sinnvoller ist als Sanierung. Das gilt vor allem für hochtechnisierte Gebäude wie in der Medizin.
Autor: amp



