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09. September 2010 00:08 Uhr
Baden-Württemberg
Mehr Lehrer unterrichten weniger Schüler
Weniger Schüler, mehr Lehrer und kleinere Klassen: Kultusministerin Marion Schick ist sicher, diesen Trend an den Schulen in den kommenden Jahren trotz angespannter Haushaltslage beibehalten zu können.
Durch Stuttgart 21 ist ein Politikfeld an den Rand gerutscht, von dem die Landesregierung einst glaubte, es wäre wahlentscheidend – die Schulpolitik. Kultusministerin Schick ist darüber gar nicht unglücklich: Bildung bleibe ein Thema, "auch wenn sich eine gewisse Aufgeregtheit legt". Wenige Tage vor Schulbeginn versichert sie, dass an der Schulpolitik weiterhin nicht gespart werde.
In diesem Jahr gibt es zwar 32 000 Schüler weniger, aber 1800 neue Lehrerstellen. Rechnete man den Schülerrückgang auch noch um, bedeutete dies vom kommenden Montag an sogar 2500 Stellen mehr als im Vorjahr. Rund 5500 Lehrkräfte wurden für das neue Schuljahr eingestellt, dies übertrifft den Vorjahreswert um etwa zehn Prozent. "Wir kommen hinter den aktuellen Diskussionsstand nicht mehr zurück", sagt Marion Schick. Denn die Gesellschaft habe erkannt, dass Bildung eine Zukunftsinvestition sei und den Wohlstand im Land absichere.
Was sind die wichtigsten Neuerungen? Vor allem die Werkrealschule, die an 525 Standorten startet. Der neue Schultyp gilt Schick als ambitioniertes Projekt, das die Mittlere Reife auch im ländlichen Raum verankern soll. An dem Gymnasien beginnt die gemeinsame Kursstufe des letzten Jahrgangs des neunjährigen und des ersten Jahrgangs des achtjährigen Gymnasiums. In zwei Jahren machen dann diese Schüler gemeinsam ihr Abitur. 15 Millionen Euro stünden bereit, um durch zusätzliche Lehrer Spielräume, beispielsweise durch die Teilung von Einzelkursen, zu schaffen.
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Erstmals startet auch der freiwillige gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern. Dabei geben die Vorstellungen der Eltern den Rahmen vor, Erfahrungen mit den unterschiedlichen Schulträgern werden in Testregionen wie Freiburg, Mannheim oder Stuttgart gesammelt. Sie dienen als Vorbereitung für die geplante Änderung des Schulgesetzes vom Herbst 2013 an. Ebenfalls erstmalig ist der Einsatz von pädagogischen Assistenten an den Grundschulen. 400 Stellen wurden ausgeschrieben, das Bewerbungsverfahren läuft aber noch.
Autor: Andreas Böhme
