Projektbeirat

Müllheimer wollen gegen Rheintalbahn-Beschluss klagen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 29. Juni 2015 um 00:01 Uhr

Südwest

Erst konsterniert, dann aber mit scharfem Protest hat das Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland auf die Entscheidung des Projektbeirates zur Rheintalbahn vom Freitag reagiert.

"Wir werden für unsere Interessen in Müllheim und Auggen kämpfen und fordern die Gemeindeverwaltungen Müllheim und Auggen auf, sich auf dem Klageweg gegen diese Planfeststellung zu wehren", heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses, die erst am Samstag versandt wurde.

Zwar seien die Beschlüsse in Summe ein Erfolg für die unter dem Dach der IG Bohr zusammengeschlossen Bürgerinitiativen. Umso unverständlicher aber sei die "Entscheidung zu Lasten des Markgräflerlandes". Während zwischen Offenburg bis Buggingen die Güterzüge in Tunnels geführt werden oder die Neubaustrecke von den Wohnbebauungen weggerückt und dort, wo dies nicht möglich ist, tiefer gelegt wird, soll das aus Kostengründen für den Abschnitt Müllheim/Auggen nicht gelten.

Hier bleibt es – wie die BZ berichtet hat – statt der geforderten Tieferlegung bei einer Führung auf einem Damm mit hohen Lärmschutzwänden. Das sei, kritisiert das Bündnis, eine nach rein funktionalen Gesichtspunkten geplante Bahnanlage, die auf die Belange der Menschen, der Landwirtschaft und der Kommunen keinerlei Rücksicht nehme. "Sie wird auf viele Jahrzehnte als eine schwere, nicht tilgbare Hypothek die Region belasten."

Es gehe dabei auch um Sicherheit im Bahnhof Müllheim, den täglich 8000 Reisende aus der Region frequentierten. Dort würden künftig unzählige Güterzüge an den auf den Bahnsteigen wartenden Reisenden vorbeidonnern, samt Gefahrguttransporten. "Kein zweites Eimeldingen" habe der Verkehrsminister vor einem Jahr in Müllheim zugesichert. Die jetzt zu erwartende Lösung aber bedeute genau das. Hier würden "Mauern gebaut, die höher sind, als sie in Berlin je waren" und mit denen man länger leben müsse, als die Teilung Berlins gedauert habe.