SWR3

Radio-Moderatorin Stefanie Tücking ist völlig überraschend gestorben

flo, dpa

Von Florian Kech & dpa

Sa, 01. Dezember 2018 um 16:33 Uhr

Südwest

Der Südwesten verliert eine seiner markantesten Radiostimmen. Stefanie Tücking ist unerwartet gestorben. Die SWR3-Moderatorin wurde bekannt in den Achtzigern durch die Sendung Formel 1.

Für SWR3-Hörer war sie und ihre rauchige Stimme Kult. Seit 1998 moderierte Stefanie Tücking die Nachmittagsshow. Ihren Tod gab der Sender auf seiner Homepage bekannt. "Das Team ist total schockiert. [...] Sie gehörte zu den größten Radiopersönlichkeiten Deutschlands und wir sind alle fassungslos über ihren plötzlichen Tod", so SWR3-Programmchef Thomas Jung in einer ersten Stellungnahme.

Laut SWR starb Tücking am 1. Dezember. Über die Todesursache ist nichts bekannt. Auf Facebook erinnert der Sender mit folgendem Zitat von ihr: "Ich freue mich, ich ärgere mich, ich lese viel, ich höre viel Musik, ich liebe die Berge, ich mag das Meer, ich tue alles für meine Familie, ich liebe meinen Hund, ich liebe mein Leben."

Deutschlandweite Bekanntheit erlangte Tücking in den Achtzigern durchs Fernsehen und die legendäre Musiksendung Formel1, die sie zusammen mit Peter Illmann, Ingolf Lück und Kai Böcking moderierte. 1987 erhielt sie dafür die Goldene Kamera.



1962 in Kaiserslautern geboren, heuerte die studierte Elektrotechnikerin zunächst beim Bayerischen Rundfunk an, ihrer ersten Radiostation. 1988 wechselte sie nach Baden-Baden zum Südwestrundfunk. Formaten wie Pop Shop drückte sie ihren Stempel auf.



Wie reich an Erlebnissen, Eindrücken, Leidenschaft und Liebe für Tiere und Natur Tückings Leben war, konnte die Öffentlichkeit zeitweise auch in ihrem Blog verfolgen. Dort beschrieb sie viele komische Szenen ihres Alltags, an denen häufig ihre zwei Hunde beteiligt waren. Einer davon hieß Bowie, nach der Rocklegende David Bowie. Bilder von zerfressenen Reisepässen, Stiefeln und Videos von Ausflügen in die Natur kommentiert Tücking so wortgewandt-charmant, dass auch derjenige, der sie nicht kannte, ahnt, wie viel Humor und Herzenswärme sie besessen haben muss. Früher waren Pferde ihre große Leidenschaft, mit ihrer Cousine hatte sie sogar einen Hof.

Auf der Homepage des SWR wurde ein Kondolenzbuch eingerichtet. "Wir können es nicht fassen. Steffi, oder die Tück, wie viele von uns sie genannt haben, wird nicht mehr auf ihre ganz eigene Art in die Redaktion kommen: Türe mit Schwung auf, entschlossener Schritt - und da war die Tück. Sie war wirklich da. Ein direkter, ehrlicher Mensch. Wer mit Steffi zu tun hatte wusste, woran er war. Sie war die mit der klaren Meinung", schrieb der SWR. Viele Fans und Wegbegleiter nutzten dort die Chance, sich mit bewegenden Worten von der kompetenten Moderatorin zu verabschieden.

Auch auf der Facebook-Seite des SWR3 meldeten sich nach der traurigen Nachricht Tausende Fans zu Wort. "Danke für deine Stimme" und: "Mach"s gut, Steffi, und danke dafür, dass du da warst."