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23. Januar 2016 11:54 Uhr

Stadt der Superlative

Rottweil plant längste Hängebrücke der Welt

Rottweil als Ort der Superlative? Erst entsteht in der Kleinstadt der höchste Turm Baden-Württembergs und jetzt wohl bald die längste Hängebrücke der Welt. Was ist denn da los?

  1. Von der Stadt über den Neckar zum Turm – so soll die Rottweiler Brücke mal aussehen. Foto: Stadt Rottweil

Rottweil dreht weiter am ganz großen Rad. Nach dem Aufzugtestturm von ThyssenKrupp (246 Meter) mit der höchsten Aussichtsplattform Deutschlands (232 Meter) peilt Oberbürgermeister Ralf Broß (parteilos) jetzt den nächsten Rekord an: die mit 950 Metern längste Hängebrücke der Welt.

Sie soll von der Innenstadt in bis zu 40 Metern Höhe über das Neckartal direkt zum Testturm von Thyssen-Krupp im Industriegebiet Berner Feld führen. Kosten: rund sechs Millionen Euro.

Der Investor steht, der Plan steht – es kann losgehen

Die Vorarbeiten sind bereits verhältnismäßig weit gediehen und ziemlich konkret: Mit Investor Günter Eberhardt und seiner gleichnamigen Bewehrungsbau GmbH aus Hohentengen steht ein grundsolider (ober) schwäbischer Unternehmer bereit und mit der Firma KTS des Österreichers Martin Kathrein ein erfahrener Projektentwickler. Sein Unternehmen, der Züblin-Konzern, hat in Reutte (Tirol) die angeblich bisher längste Hängebrücke der Welt gebaut. Sie wurde 2014 eröffnet, ist 406 Meter lang und hat nach Angaben von Kathrein bisher alle Erwartungen voll erfüllt.

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Rottweil soll zu einem Touristenmagneten werden

Trotz eines Eintrittspreises von acht Euro (Kinder fünf) kamen im ersten Jahr 50 000 Besucher. Das habe zu einer enormen Belebung der Gastronomie, Hotellerie und des Einzelhandels geführt.

OB Broß und Wirtschaftsförderer André Lomsky rechnen zumindest mit ähnlichen Effekten wie in Reutte. Sie wollen die Stadt "an die großen Tourismusregionen Schwarzwald und Bodensee anbinden" und zu einem "Tourismus-Magneten" machen.

Bald wird die Stadt pulsieren, so die Hoffnung

Rottweil, vor allem als "älteste Stadt Baden-Württembergs" bekannt, habe dringend neue Impulse gebraucht, sagt Alfons Bürk, Ur-Rottweiler, Architekt und Berater der Stadtverwaltung. "Diese Stadt muss jetzt die Fenster aufmachen und durchlüften. Dann wird es hier pulsieren", prognostiziert Bürk. Die Hängebrücke soll die Stadt nichts kosten – außer Geld für neue Parkplätze. Die Detailplanung soll im Frühjahr vorliegen. Der Gemeinderat habe bereits "positiv" reagiert, berichtet OB Broß. In einem Jahr könnte der Bau beginnen, im Herbst 2017 Eröffnung sein – wenn alles glatt läuft.

Autor: Lothar Häring