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14. Juli 2014 19:42 Uhr

Interview

Staatssekretär rechnet mit Zustimmung für Offenburger Tunnelpläne

Bekommt Offenburg einen zweiröhrigen Eisenbahntunnel? "Ich rechne fest mit Ja des Bundestags", sagt Staatssekretär Michael Odenwald im BZ-Interview.

  1. Michael Odenwald Foto: Seller

Offenburg soll beim Bau der Rheintalbahn einen Doppeltunnel bekommen. Darauf hat sich der Projektbeirat am Montag verständigt. Für das Bundesverkehrsministerium nahm Staatssekretär Michael Odenwald (56) an den Beratungen teil. Mit dem CDU-Politiker sprach Bernhard Walker.

BZ: Herr Odenwald, was hat der Projektbeirat Rheintalbahn beschlossen?
Odenwald: Er hat einstimmig beschlossen, in Offenburg einen zweiröhrigen Tunnel zu bauen, der so ausgelegt ist, dass dort eine Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern möglich ist. Der Projektbeirat bittet den Bundestag, dies möglich zu machen.

"Nach heutiger Schätzung liegen die Mehrkosten bei etwa 1,2 Milliarden Euro." Michael Odenwald
BZ: Was ist dafür nötig?
Odenwald: Mit dem zweiröhrigen Tunnel gehen wir über das so genannte gesetzliche Maß hinaus, das ja besagt, dass man die kostengünstige und wirtschaftliche Lösung zu wählen hat. Das ist der zweiröhrige Tunnel nicht. Das wäre die Strecke direkt durch Offenburg gewesen. Deshalb muss der Bundestag die Rechtsgrundlage dafür schaffen, dass möglich wird, was sich die Offenburger wünschen und was der Projektbeirat jetzt beschlossen hat: den Tunnel.

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BZ: Erwarten Sie ein Ja des Bundestages?
Odenwald: Damit rechne ich fest. Die Trasse mitten durch Offenburg ist den Menschen kaum zuzumuten.

BZ: Welche Mehrkosten entstehen dabei?
Odenwald: Das kann man erst belastbar sagen, wenn die Planungen für diese neue Variante vorliegen. Nach heutiger Schätzung liegen die Mehrkosten bei etwa 1,2 Milliarden Euro.

BZ: Gab es am Montag im Beirat auch bei der Umfahrung von Freiburg und dem Markgräfler Land Beschlüsse?
Odenwald: Wir wollen, dass Fragen der Hochwasserschutzgebiete und von Vogelschutzgebieten genau geprüft werden, wofür gerade das Regierungspräsidium gefragt ist. Wenn wir da Klarheit haben, können wir den nächsten Schritt gehen. Ich will mir auf jeden Fall möglichst bald in Riegel selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen. Ich bin gebürtiger Badener und kenne die Region und die Rheintalbahn gut. Ich halte es für sehr wichtig, die einzelnen Abschnitte vor Ort selbst anzusehen. Ich habe mir auch Offenburg persönlich angesehen. Vor Ort wird die Situation einfach viel anschaulicher.

"Vor Ort wird die Situation einfach viel anschaulicher." Michael Odenwald
BZ: Was ist mit der Strecke Müllheim-Auggen?
Odenwald: Wir haben vereinbart, dies im November nochmal genau zu besprechen und die bestehenden Vorschläge für Varianten zu prüfen. Das wird kein offizieller Termin des Beirats sein, weil die Lage dort keine sogenannte Kernforderung ist. Was die Varianten anbelangt, steht jetzt ein Kostenrahmen von 60 Millionen Euro bis hin zu den 180 bis 200 Millionen Euro im Raum, die die Deutsche Bahn AG nennt.

BZ: Haben Sie den Eindruck, dass die Bahn die Planungen mit dem nötigen Nachdruck betreibt?
Odenwald: Ja, diesen Eindruck habe ich. Die Deutsche Bahn hat ja selbst ein großes Interesse daran, die Strecke möglichst schnell in Betrieb nehmen zu können.

BZ: Wann wird sie fertig sein?
Odenwald: Ich rechne mit einer Fertigstellung im Verlauf der zwanziger Jahre.
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Autor: Bernhard Walker