Staffellauf gegen Waffenexporte

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Mi, 04. April 2018

Südwest

Von Oberndorf nach Berlin .

FREIBURG (dbl). Am Montag, 21. Mai, startet in Oberndorf am Neckar ein Staffellauf gegen Rüstungsexporte. Er führt in 13 Tagen und 1100 Kilometern nach Berlin, bisher liegen 226 Anmeldungen vor. Am 22. Mai geht es von Furtwangen durch Südbaden über Freiburg und Kenzingen nach Lahr, am 23. Mai weiter nach Karlsruhe. Der Lauf, der aus Geh- und Joggingstrecken, Halbmarathons und Marathons und auch Fahrradetappen besteht, soll am 2. Juni in Berlin enden. An der Wegstrecke liegen Rüstungsexportfirmen wie der Militärelektronik-Produzent Northrop Grumman Litef in Freiburg oder der Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann in Kassel.

Baden-Württemberg profitiere massiv von den Kriegen dieser Welt, Waffenlieferungen aus Deutschland vor allem an diktatorische Regime seien Beihilfe zu Krieg und Mord, und der Handel mit Panzern und Sturmgewehren sei unter der vorigen Bundesregierung drastisch gestiegen, kritisiert der Freiburger Rüstungsgegner Jürgen Grässlin. Und: "Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten." Dass der Staffellauf in Oberndorf beginnt, kommt nicht von ungefähr. Hier haben Waffenschmieden wie Heckler & Koch und Mauser ihren Sitz. Der Staffellauf "Frieden geht" solle das Thema auf die politische Agenda bringen durch eine Verbindung von Politik mit Sport und Kultur.

Ein Bündnis aus derzeit 17 Organisationen von der Evangelischen Landeskirche Baden über Attac und die katholische Friedensbewegung Pax Christi bis zu den Naturfreunden steht hinter der Aktion. Zweiter Schirmherr neben Hans-Christof Graf Sponeck ist der Präsident des Sportclubs Freiburg, der Winzer Fritz Keller. Der Profisport erhalte manchmal zu viel Aufmerksamkeit, deshalb stehe er in der Pflicht, auf Dinge aufmerksam machen, die im Argen liegen, sagt Keller. "Wir steuern derzeit auf eine Konfliktsituation zu. Wie sich heute führende Politiker in manchen Ländern aufführen und Menschenrechte missachten – da muss die Zivilgesellschaft zusammenstehen und dagegen vorgehen."