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16. Juli 2012 00:01 Uhr

Wahl

Ulrich Burchardt wird neuer Oberbürgermeister von Konstanz

Konstanz wird künftig nicht mehr "grün" regiert: Der CDU-nahe Uli Burchardt wird neuer Oberbürgermeister der größten Stadt am Bodensee. Er setzte sich klar gegen seine fünf Mitbewerber durch.

  1. Uli Burchardt wird der neue Oberbürgermeister von Konstanz. Foto: dpa

Der CDU-nahe Unternehmensberater Ulrich Burchardt wird neuer Oberbürgermeister von Konstanz. Er erhielt beim zweiten Wahlgang am Sonntag 39,1 Prozent der Stimmen. Das vorläufige Endergebnis gab die Stadt auf ihrer Homepage bekannt. Es reichte die einfache Mehrheit. Der 41 Jahre alte Burchardt tritt damit die Nachfolge von Horst Frank an, der 1996 als erster Grüner in Deutschland eine Oberbürgermeisterwahl gewonnen hatte, diesmal aber nicht mehr kandidierte. Die Wahlbeteiligung lag mit 44,5 Prozent etwas höher als beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen mit 42 Prozent.

Die ebenfalls CDU-nahe Überlinger Regierungsdirektorin Sabine Reister (50) kam auf 31,9 Prozent der Stimmen, für die grüne Konstanzer Patenreferentin Sabine Seeliger (43) votierten 27,6 Prozent der Wähler. Die anderen drei Kandidaten spielten mit zusammengerechnet rund einem Prozent der Stimmen keine Rolle.

Burchardt stammt aus Konstanz, hat erst Landwirt gelernt und dann Forstwirtschaft in Weihenstephan studiert. Danach arbeitete er sieben Jahre lang beim Handelsunternehmen Manufactum, wo er bis in die Geschäftsleitung aufstieg. Seit 2005 ist er selbstständiger Unternehmensberater und Dozent an der Konstanzer Fakultät für Architektur und Gestaltung. Im März dieses Jahres hat er ein Buch vorgelegt mit dem Titel "Ausgegeizt" zum Thema Nachhaltigkeit.

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Der 41-Jährige besitzt ein CDU-Parteibuch und gehört zum Wirtschaftsrat der Partei. Er ist jedoch als unabhängiger Kandidat in die Wahl gegangen und hat Unterstützer aus allen Bereichen gesucht und gefunden. "Diese breite Basis schafft Unabhängigkeit." Seinen Wahlkampf stellte er unter die Schlagworte "Dialog" und "Nachhaltigkeit".

Immer wieder verwies er darauf, dass er auch Mitglied im Netzwerk Attac ist. Er sei kein Aktivist, wolle aber als Unternehmer dort ein Zeichen setzen. "Wir müssen gemeinsam für die Bewahrung der sozialen Marktwirtschaft eintreten, da sie von entfesselten Kapitalmärkten bedroht wird", schreibt er auf seiner Homepage. "Deshalb bin ich für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte."

Autor: dpa