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17. Oktober 2016 00:00 Uhr

Kambacher Eck

Umweltminister Untersteller weiht Windpark ein

Er erzeugt Strom für rund 10000 Haushalte: jetzt ist der Windpark Kambacher Eck eingeweiht worden. Beim Festakt klobte Umweltminister Franz Untersteller die erneuerbaren Energien.

  1. Ein „klares Bekenntnis zur Energiewende“ nannte Umweltminister Franz Untersteller den neuen Windpark. Foto: Christoph Breithaupt

  2. Ups, das spritzt aber arg: Minister Franz Untersteller, Thorsten Radensleben (hinten) und Frank Edelmann bei der Sekttaufe eines der Windräder. Foto: Christoph Breithaupt

Zum Festakt waren mehr als 100 Gäste gekommen: Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, der Behörden und Banken und aus dem Kreis der Grundstückseigentümer zogen ihr Fazit auf dem Platz unter einem der vier Windradriesen. Allen voran Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller.

Strom für rund 10 000 Haushalte

Die vier Windkraftanlagen ragen seit einigen Monaten auf 500 Metern Höhe, über den Waldkamm am Kambacher Eck, und drehen sich mal schneller, mal langsamer oder gar nicht im Windspiel des Schutter- und Kinzigtals. Sie erzeugen Strom für rund 10 000 Haushalte. Baubeginn war im Juli 2015.

Mit der Taufe beim Festakt erhielten die Anlagen auch Namen und heißen künftig Katzenstein, Kambach, Auf der Schanze und Langeck. Dass ein Windpark vor allem in dieser Größenordnung nicht nur Befürworter findet, das räumte der Umweltminister vor dem großen Publikum ein. Insbesondere in wertvollen Natur- und Erholungsgebieten wie dem Schwarzwald müsse man sorgfältig arbeiten und Bedenken ernst nehmen. Untersteller betonte, dass die Umstellung von Atomkraft und Kohle auf erneuerbare Energien Klimaschutz sei und deshalb auch "vorausschauender Natur- und Umweltschutz". Baden-Württemberg stehe als Windenergieland auf Platz fünf im Ranking der Bundesländer. Im Projekt Kambacher Eck hätten alle Instanzen vorbildlich gearbeitet, um gerade wichtigen Bereichen wie dem Artenschutz mit Fledermäusen oder der Sicherheit mit Warnanlagen für den Eisabwurf gerecht zu werden. Unter anderem gab es Umsiedlungsaktionen für Ameisen, 100 Fledermauskästen und die Schaffung von sechs Hektar Ausgleichsfläche.

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Bekenntnis zur Energiewende

Der Vorstandsvorsitzende der Bauherrin Badenova, Thorsten Radensleben, benannte den Windpark als klares Bekenntnis zur Energiewende. Man habe bei einer maximalen Flexibilität und einem engen Miteinander den Zeitplan einhalten können. Respekt zollte er dem "Unisono" der drei beteiligten Kommunen mit den Bürgermeistern Carsten Gabbert (Schuttertal), Frank Edelmann (Steinach) und Daniela Paletta (Biberach). "Die vier Windräder würden sich aber nicht drehen ohne die Genehmigung und Kooperation der Grundstückseigentümer", betonte Radensleben. Alleine der Transport der 45 Meter langen Rotorblätter mit Spezialfahrzeugen sei ein spektakulärer Höhepunkt gewesen.

Bürgermeister Frank Edelmann sprach stellvertretend für die beteiligten Kommunen und erinnerte an die Anfänge, als das Projekt 2012 in den Gemeinderäten vorgestellt und bald darauf einstimmig von allen drei Gremien beschlossen wurde. "Das zeigt, dass sich die eigentliche Kraft von unten nach oben entwickelt", so Edelmann zum Entwicklungsprozess. Man habe als Kommunen die Last im Dreiklang miteinander getragen, entsprechend würden die Pachteinnahmen im Dreiklang geteilt.

Einigkeit habe auch unter den Grundstückseigentümern geherrscht, wie Josef Singler stellvertretend zum Ausdruck brachte. "Wir sind von der Energiewende überzeugt und haben unsere Grundstücke mit einem gewissen Stolz der guten Sache zur Verfügung gestellt. Vieles konnte auf kurzem Weg unbürokratisch geklärt werden", so sein Resümee. Aus dem Kreis der Protagonisten sprachen auch Nikolas Stürmer, Landesbeamter vom Landratsamt Ortenaukreis, und Klemens Ficht als stellvertretender Freiburger Regierungspräsident. Die beiden Vertreter der zuständigen Behörden nannten Eckdaten zum Genehmigungsverfahren. Unter den Gratulanten waren die MdB Peter Weiß und Johannes Fechner, MdL Sandra Boser und Freiburgs OB Dieter Salomon. Im Anschluss an die Taufe waren die Bauphasen auf Schautafeln im Innern des Windrads Kambach zu sehen. Für die Musik bei Essen und Trinken spielten die Geroldsecker Musikanten auf.

Autor: bzl