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09. August 2013 09:46 Uhr

Auszeichnung

Umweltpreis geht an Stromrebellin aus Schönau

Öko-Pionierinn und Stromrebellin Ursula Sladek bekommt den Deutschen Umweltpreis 2013. Ursula Sladek hat sich schon früh für die Vision einer sicheren und zukunftsfähigen Stromversorgung eingesetzt.

  1. Ursula Sladek hat sich zusammen mit den Bürgern gegen einen großen Energieversorger durchgesetzt. Foto: dpa

Das teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück mit. Sladek gründete 1994 die Elektrizitätswerke Schönau, den ersten Ökostromanbieter Deutschlands. Ebenfalls ausgezeichnet wird die Hanfmatten-Produzentin Carmen Hock-Heyl aus Nördlingen im bayerischen Schwaben, die gegen viele Widerstände Hanf als Öko-Dämmstoff auf dem Markt etabliert habe, würdigte die Stiftung.

Beide Frauen sollen den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Preis am 27. Oktober von Bundespräsident Joachim Gauck in Osnabrück erhalten. Der zum 21. Mal verliehene Deutsche Umweltpreis ist die höchstdotierte Umweltschutzauszeichnung Europas.

Ursula Sladek habe früh erkannt, dass die Energieversorgung nur gemeinsam mit den Bürgern und Gemeinden ökologischer gemacht werden könne. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl habe sie eine Bürgerinitiative mit ins Leben gerufen, aus der 1994 der Ökostromanbieter EWS hervorging. Ihr sei es zu verdanken, dass die EWS 1997 das Schönauer Stromnetz übernehmen konnte. Sladek habe "Vertrauen geschaffen, zum Handeln motiviert und einen ökologischen Wandel ermöglicht", so Brickwedde.

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Schon 1999 begannen Sladek und ihr Team, bundesweit Ökostrom zu verkaufen. 2009 erfolgte die Gründung der Genossenschaft Netzkauf EWS. Viele Städte und Gemeinden hätten sich inzwischen an dem Schönauer Modell orientiert und setzten sich für die Energiewende ein. Damit sei die "Stromrebellin" Sladek zu einem gesellschaftlichen Vorbild geworden.

Hock-Heyl sei ein Vorbild für andere Unternehmen, würdigte DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde. Sie habe gegen viele Widerstände Ökologie und Ökonomie erfolgreich in Einklang gebracht, gesundes Bauen gefördert und regionale Wirtschaftskreisläufe wiederbelebt. Hock-Heyl habe einen "mühsamen Weg gegen Widerstände und Desinteresse beschreiten müssen", stellte Brickwedde fest. Sie habe den kompletten Produktionsweg von der Aussaat des Hanfs über die Produktion der Dämmmatten bis zum Recycling komplett neu aufgebaut.

Autor: dpa