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03. August 2009

Weltmeisterschaft im Elztal: Von Sensen und Sensationen

Auch das gibt es: eine Weltmeisterschaft im Sensenmähen. Ausgetragen wurde der Teamwettkampf in diesem Jahr auf der Heidburg bei Elzach. Und siehe da: Die Lokalmatadoren von den Elztal-Mädern haben sich in der internationalen Elite behauptet.

  1. Nikolaus Dufner und seine „Elztalmäder“ sind angesichts der Konkurrenz mit dem Platz im Mittelfeld zufrieden. Foto: patrik müller

ELZACH. Sie haben geübt. Ein bisschen jedenfalls. Am Ende haben sie sich zwei, drei Mal pro Woche nach Feierabend getroffen. Auf dem Dufnerhof haben sie die Sensen geschwungen, hin und her, Stunde um Stunde, bis der Schweiß auf das frisch gemähte Gras tropfte. Die Mühe hat sich gelohnt: Auf dem Dufnerhof sind jetzt einige Wiesen weniger zu mähen. Und die "Elztalmäder", die Lokalmatadoren bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft im Sensenmähen auf der Heidburg, haben sich in der internationalen Elite behauptet.

Das Team hat bei seinem allerersten Turnier beim Heidburgfest zwischen Elztal und Kinzigtal am Sonntag einen Platz im sicheren Mittelfeld belegt. "Vielleicht müssen wir noch ein bisschen mehr trainieren", sagt Nikolaus Dufner. Aber eigentlich sind er und sein Team ganz zufrieden. "Für das erste Mal war es wirklich okay." Der 46-Jährige ist der Chef der Truppe, ein kräftiger Nebenerwerbs-Landwirt, der im Musikverein Prechtal Tuba spielt. Der Verein ist es auch, der die Weltmeisterschaft organisiert hat, um beim alljährlichen Heidburgfest mehr Gäste zu anzulocken. Unterstützung bekamen die Musiker dabei von echten Experten – dem Sensenmähverein aus Calw.

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Aufeinander aufmerksam geworden waren die Blechbläser und die Sensenschwinger über das Internet, etwa vor einem Jahr. Damals veranstalteten die Prechtäler bereits einen Mähwettbewerb, den der 46-Jährige aus Biederbach-Frischnau mit großem Vorsprung gewann. Allerdings war der Rahmen deutlich kleiner, es traten keine Südtiroler an und keine Slowenen, keine Österreicher und keine Schweizer. "Nur Elztäler und Simonswälder", sagt Dufner. Keine Konkurrenz für ihn.

"Eine Sense hält viel fitter als ein Rasenmäher."

Nikolaus Dufner, Chef der "Elztalmäder"
Dufner wuchs auf einem Bauernhof auf und griff zum ersten Mal zur Sense, als er sieben, acht Jahre alt war – um Futter für die Hasen zu ernten. "Mein Großvater und mein Vater haben immer gemäht", erzählt er, "wir Buben wollten das dann auch mal probieren." Was als Spaß begann, wurde schnell harte Arbeit. Selbst heute, im Zeitalter der Landmaschinen, greift Dufner noch regelmäßig zur Sense – nämlich dann, wenn er Böschungen, Bachufer und anderes unwegsames Gelände mähen muss. "Eine Sense braucht kein Benzin und hält viel fitter als ein Rasenmäher", sagt er. "Und wenn man es gut kann, geht es genauso schnell."

Dufner kann es. Ziemlich gut jedenfalls. Für die Weltelite reicht es nicht. Die kommt sowieso von der iberischen Halbinsel: Die Basken gewannen die WM im Elztal ebenso souverän, wie sie vor zwei Jahren die internationalen deutschen Meisterschaften in Zell-Unterharmersbach dominiert hatten. In der Königsklasse mussten vier Mann möglichst schnell eine Fläche von 200 Quadratmetern niedermähen. Dufner und seine Kollegen traten in der sogenannten "A-Klasse" an, in der nur 120 Quadratmeter zu beackern sind. "Wir sind bescheiden", sagt Dufner. "A-Klasse muss reichen."



Die "Elztalmäder" – Mäder ist Dialekt und bedeutet so viel wie Mäher – benötigten zwei Minuten und 48 Sekunden. Dumm nur, dass Karl Dorner, Daniel Schill und das Bruder-Team Nikolaus und Martin Dufner nicht ganz so sauber gearbeitet hatten: Als die Strafminuten erst einmal verrechnet waren, belegten sie am Ende Platz elf – nach den "Salbitzer Kümmerlingen" aus Sachsen, vor den "Murrtaler Sensenmähern". Ohne Zeitstrafe hätte es zum Einzug ins Finale gereicht, wenn die Mannschaft zwanzig Sekunden schneller gearbeitet hätte. Gut möglich, dass es nicht der letzte Wettkampfeinsatz der Elztäler Sensenmänner war. "Wenn sich noch einmal so ein Turnier ergibt, greifen wir an."

Autor: Patrik Müller