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01. April 2017

Wohnen als Armutsrisiko

Mieterbund fordert Offensive für gemeinnützigen Wohnungsbau.

PFORZHEIM (dpa). Der Deutsche Mieterbund fordert eine Offensive für den gemeinnützigen Wohnungsbau in Baden-Württemberg. "Der Wohnungsmangel spitzt sich weiter zu", warnte der Landesvorsitzende Rolf Gaßmann am Freitag in Pforzheim. Es gebe zwar ein erfreuliches Plus an Baugenehmigungen. Die Fertigstellungen deckten aber nicht einmal die Hälfte des jährlichen Bedarfs an neuen Wohnungen, den Gaßmann auf mindestens 60 000 bezifferte. Zugleich sprach er sich für eine dauerhafte Bindungsfrist für Sozialwohnungen von mindestens 30 Jahren, wirksame Mietpreisbremsen und ein entschlossenes Vorgehen gegen Wohnungsleerstand aus.

Gaßmann wies darauf hin, dass insbesondere in Ballungsräumen und Universitätsstädten die Mieten immer rascher steigen: "Wohnen wird für immer mehr Haushalte zu einem Armutsrisiko." Bundesweit stiegen die Mieten nach einer Erhebung des Hamburger F+B-Instituts im vergangenen Jahr durchschnittlich um 1,8 Prozent – in Baden-Württemberg waren es 2,7 Prozent. "Von den 15 teuersten Städten bei Mietwohnungen in Deutschland ist über die Hälfte in Baden-Württemberg", sagte Gaßmann.

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Ein Grund für die Wohnungsnot sei der "dramatische Rückgang des Bestandes an Sozialwohnungen". Weil jährlich 4800 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, sei der Bestand 2016 auf 57 413 Wohnungen geschrumpft. Für Gaßmann geht das Landes-Wohnraumförderprogramm und seine Erhöhung um 250 Millionen Euro in die richtige Richtung. Die wohnungspolitische FDP-Fraktionssprecherin Gabriele Reich-Gutjahr meinte, mehr Transparenz vorhandener Fördermöglichkeiten würde privates Engagement fördern, etwa Wohnbaugenossenschaften.

Autor: dpa