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10. Januar 2010 17:53 Uhr
Raum Ulm / Neu-Ulm
Zwei Menschen sterben an Legionellen-Infektion
Die Zahl der Todesfälle durch Legionellen im Raum Ulm/Neu-Ulm hat sich auf zwei erhöht. Zudem steigt die Zahl der Infektionen rapide an. Die Behörden sind in erhöhter Alarmbereitschaft und suchen mit Hochdruck nach der Ursache.
Beide Opfer waren über 80 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. Bisher seien 43 Infektionsfälle nachgewiesen worden. Am vergangenen Freitag waren es erst 29 Fälle gewesen. Das teilten die Landratsämter Neu-Ulm und des Alb-Donau-Kreises, die Stadt Ulm sowie das Universitätsklinikum am Sonntag mit. Die meisten Patienten werden im Universitätsklinikum Ulm behandelt. Trinkwasser könne weiter unbedenklich verwendet werden, hieß es.
Legionellen-Infektionen beginnt meist mit Husten und Fieber. Später kann es zu schweren Lungenentzündungen kommen. Betroffenen Menschen mit entsprechenden Symptomen raten die Behörden, den Hausarzt aufzusuchen. Eine Übertragung der Legionellen-Erkrankung von Mensch zu Mensch ist den Angaben zufolge nicht möglich.
POLIZEI SETZT HUBSCHRAUBER EIN
Bisher konnte keine gemeinsame Quelle für die Infektionen gefunden werden. Die Ermittlungen zur Ursache der Erkrankungen wurden deshalb ausgeweitet. So sei bereits damit begonnen worden, neben dem Trinkwasser sowie den Trinkwasser-Hausanschlüssen auch mit Wasser betriebene Kühl- und Trocknungsanlagen in Gebäuden zu untersuchen. Ergebnisse lägen jedoch frühestens am kommenden Wochenende vor.
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Alle Betriebe in Ulm und Neu-Ulm, die eine derartige Anlage installiert haben, wurden aufgerufen, sich bei der jeweiligen Stadtverwaltung zu melden. Zusätzlich überfliege die Polizei beide Stadtgebiete mit dem Hubschrauber, um nach solchen Anlagen auf Dächern zu suchen.
INFO
Legionellen sind weltweit verbreitet. Sie gedeihen in warmem Süßwasser und können die Lungen von Menschen befallen, wenn zerstäubtes Wasser eingeatmet wird. Infektionsquellen sind daher häufig Klimaanlagen, Duschen, Whirlpools und andere Warmwassereinrichtungen, in denen Dampf oder Sprühnebel entsteht. Die Infektion beginnt meist mit Husten, Durchfall und Fieber. Später kann es zu schweren Lungen- und Rippenfellentzündungen kommen. Legionellen im Magen-Darm-Trakt sind dagegen in der Regel harmlos. Deswegen kann Trinkwasser weiter unbedenklich verwendet werden. Eine Übertragung der Legionellen von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Bekannt wurde die Legionärskrankheit 1976 durch zahlreiche Erkrankungen bei einem Treffen von Kriegsveteranen in einem Hotel in Philadelphia in den USA. Diese Fälle gaben der Krankheit ihren Namen. Nach länger zurückliegenden Schätzungen des Berliner Robert-Koch- Instituts erkranken jährlich rund 6000 Menschen in Deutschland an der Legionärskrankheit. Nur ein Bruchteil davon werde aber offiziell registriert.
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Autor: dpa
