Die ganze Pracht von Trompeten, Pauken und Orgel

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Di, 14. August 2018

Sulzburg

Bach-Gala mit Trompetenensemble Stuttgart, Organist Torsten Wille und Percussionist Uwe Arlt in der Kirche St. Cyriak in Sulzburg.

SULZBURG. Eine festliche Bach-Gala begeisterte die Hörer am vergangenen Wochenende in der historischen Kirche St. Cyriak. Das Trompetenensemble Stuttgart, der Stuttgarter Percussionist Uwe Arlt und Torsten Wille, Organist an der Marienkirche Reutlingen, präsentierten ein Programm mit glanzvoller Musik für "Cornetto da Caccia" (Barocktrompeten), Pauken und Orgel. Das Zusammenspiel der königlichen Instrumente Trompeten und Orgel, verbunden mit der rhythmischen Macht der Pauken, hat etwas Unwiderstehliches, und die virtuosen Darbietungen des kongenialen Ensembles schlugen die Hörer vom ersten bis zum letzten Ton in ihren Bann.

Mit Jean-Joseph Mourets "Sinfonie des Fanfares" ließen die Musiker es gleich zu Anfang gehörig krachen. Machtvolle Fanfaren und Trommelwirbel verbanden sich zu mitreißenden Klangbildern, die in den vier Sätzen "Rondeau", "Menuett", "Guay" und "Fanfares" ihre feierliche Wirkung entfalteten. Diesen geradezu gewaltigen Effekt hatten auch die folgenden Werke für die dreifache Instrumentenkonstellation.

Allesandro Scarlattis "Toccata in D-Dur" wurde mit aufregendem Duktus zelebriert: Das dramatisch inszenierte Allegro, die feinsinnigen Orgelklänge im Adagio und das festlich geprägte Finale hatten es in sich. Den Eindruck sorgfältig ausgelegter Kontraste hinterließ die Darbietung von Georg Philipp Telemanns "Konzert in F-Dur". Die kraftvoll ausgeprägten Sätze "Maestoso" und "Allegro" fanden einen weihevollen Widerhall im "Grave" mit seinen zeitweilig düsteren Sequenzen, während das "Vivace" dem fröhlichen Hörnerblasen einer höfischen Jagdmusik nachempfunden war. Eine Interpretation voll ausgeklügelter Finessen.

Der Doppelchor "Denn er hat seinen Engeln befohlen" aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium "Elias" für drei Corno di Caccia und Orgel entfaltete sich mit der Erhabenheit eines himmlischen Chorals.

Mit seinen Solodarbietungen an der Orgel ließ Torsten Wille die reiche Klangpracht des Instrumentes erstrahlen. Dietrich Buxtehudes "Präludium in g-Moll" und Johann Sebastian Bachs "Fantasie und Fuge in c-Moll" gaben dem Solisten die Möglichkeit, seine große Kunstfertigkeit zu demonstrieren.

Ein anmutiges Schmankerl war die kapriziöse Wiedergabe von Mozarts bekanntem "Andante für ein Orgelwerk in einer Uhr". Nach der überraschend fetzig-modernen Improvisation über Bachs "Jesu meines Lebens Leben" gab es Zwischenapplaus. Die Hörer goutierten diesen Fremdgang "Bach goes Pop" mit großem Vergnügen!

Mit der Darbietung der "Sinfonia in D-Dur" aus Bachs "Oster-Oratorium" ließ das Ensemble zum Abschluss noch einmal die ganze Pracht von Trompeten, Pauken und Orgel aufstrahlen.

Der anhaltende, begeisterte Applaus animierte die Musiker dann aber noch zu zwei Zugaben: Einem zauberhaften Renaissance-Tanz von Diego Ortiz und der traumhaft schönen Schweizer Volksweise "Lueget vu Berge und Tal" – mit Kuhglockenklängen! Dafür gab es dann noch einmal "Standing Ovations".