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03. Januar 2012
Doppelkonzert nach intensiver Probephase
Das Oratorium "Die Geburt Christi" wird – geleitet von Marius Mack – zum Ende der Weihnachtszeit in St. Cyriak aufgeführt .
SULZBURG. Immer am 6. Januar, zum Abschluss der Weihnachtszeit, gibt es in der Sulzburger Kirche Sankt Cyriak ein großes Konzert des Kirchenchors. Diese Tradition will auch Marius Mack fortsetzen, der seit Juni 2010 die Organistenstelle und die Leitung des Evangelischen Kirchenchors in Sulzburg übernommen hat. Für das diesjährige Konzert haben sich der Sulzburger und der Staufener Kirchenchor zusammengetan. An die 55 Leute werden daher auf der Bühne stehen. Für den jungen Kirchenmusiker Mack ist das eine große Herausforderung.
Der Chor sei außerdem sehr ausgewogen besetzt, freut er sich, so dass man ein richtig großes Chorwerk ins Auge habe fassen können. Auf dem Programm steht das Oratorium "Die Geburt Christi" des österreichischen Komponisten Heinrich von Herzogenberg (1843–1900). Mit der Leiterin des Staufener Chors, Angelika Schäfer, habe er nach einem geeigneten Werk gesucht, berichtet Mack: Ein Werk aus der Romantik sollte es sein, da waren sich die beiden einig. Die Auswahl an solchen Werken sei nicht groß und so fiel die Wahl schnell auf den einer breiten Öffentlichkeit eher weniger bekannten Brahms-Schüler und Mitgründer des Leipziger Bachvereins Herzogenberg.
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Obwohl von Haus aus katholisch, widmete sich dieser der Komposition evangelischer Kirchenmusik. Das Besondere an Herzogenbers Oratorium ist, dass die Trennung zwischen Aufführenden und Zuhörern aufgehoben und die Gemeinde singend in das dreiteilige Oratorium (Verheißung, Erfüllung, Anbetung) mit einbezogen wird. Sechs Knaben übernehmen solistisch die Rolle des ebenfalls vorgesehenen Kinderchors. Die Uraufführung 1894 in Straßburg kommentierte der Komponist mit folgenden Worten: "...und wenn ich des Augenblicks gedenke, als meine Musik durch die ganze Thomaskirche flutete, vom Altar zur Orgel und wieder zurück, geschwellt von dem unvergesslichen Unisono der Gemeinde, dann erlebte ich eine Stunde, deren sich kein noch so beliebter Konzertkomponist unserer Tage zu rühmen hätte!".
Der Probenraum im Sulzburger Gemeindehaus füllt sich. Während andere vor Heiligabend mit Festvorbereitungen beschäftigt sind, Plätzchen backen und Geschenke kaufen, tritt der Doppelchor gerade ein in die intensivste Probenphase. Seit Monaten arbeiten die routinierten Sängerinnen und Sänger an dem Oratorium. Jetzt zeigt sich das wahre Potential des Chors. Am Beginn steht das Einsingen. Vor den Chormitgliedern steht der 22-jährige Mack in Turnschuhen und zeigt mit schwungvollen Gesten, wie man sich löst und lockert. Mack ist nicht nur an der Orgel ein Meister, der mit drei Preisen bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde. Er versteht es mit seiner lebhaften Art auch, die Sänger aus der Reserve zu locken. Schon als Jugendlicher leitete Mack an seinem Gymnasium in Nagold ein eigenes Vokalensemble. Nun hat er als Organist in Sulzburg, Laufen und St. Ilgen sowie als Chorleiter in Südbaden eine Aufgabe gefunden, für ihn die ideale Ergänzung zum Studium der Schul- und Kirchenmusik an der Musikhochschule Freiburg, um praktische Erfahrung zu sammeln und das kirchenmusikalische Repertoire kennenzulernen.
Dazu kommt die reizvolle Umgebung: "Das sind drei schöne Kirchen in einer wunderbaren Umgebung und ich bin ohnehin eher ein ländlicher Typ", freut er sich. Als Solisten hat er Sänger und Sängerinnen aus der Region sowie Studienkollegen aus Freiburg gewinnen können.
Autor: Beatrice Ehrlich
