Genüsse und Informationen

Volker Münch

Von Volker Münch

Mo, 20. August 2018

Sulzburg

Beim 21. "Wein, Essen & Laufen" ließ sich das Winzerdorf aus ganz unterschiedlichen Perspektiven entdecken.

SULZBURG-LAUFEN. Für viele Besucher war es einmal mehr eine Entdeckungsreise durch das malerische Dorf Laufen: Unzählige Menschen begaben sich am Wochenende zu Fuß zu den einzelnen Winzerhöfen, um die neuesten Weinkreationen, Speiseangebote und Vorführungen zu entdecken. Anlass war das Fest "Wein, Essen & Laufen", das sich zum 21. Mal jährte und den Sulzburger Ortsteil auf ganz besondere Weise präsentierte.

Schon allein die verschiedenen, teils historischen Hofanlagen waren es wert, zu Fuß das Winzerdorf zu entdecken. Kleine Gärten, hübsche Fassaden, verträumte Winkel wechselten sich mit Feststimmung und entsprechenden belebten Innenhöfen ab. "Wir wollen die Neugier auf unsere Betriebe wecken", sagte Bürgermeisterstellvertreterin Lilly Nockemann bei der Eröffnungsfeier in den Räumen der Schreinerei Jonny B. am südlichen Ortseingang.

Dorthin waren sehr viele Gäste gekommen, um auch dem Kurzvortrag des Schreinermeisters zu folgen, der den Weg von einem Nussbaum hin zur fertigen Tischplatte beschrieb. Der Einblick ins Schreinerleben steht für einige Vorführungen im Rahmen der vom Landwirtschaftsministerium initiierten "gläsernen Produktion", bei der die Winzer, Landwirte, Künstler und Gewerbetreibende Einblick in ihre berufliche Tätigkeit geben. Bei dem Baum handelte es sich um einen etwa 80 bis 90 Jahre alten stattlichen Nussbaum, der auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen stand und im November 2017 altersbedingt gefällt werden musste. "Diesen Baum zu bergen und zu transportieren war nur möglich, weil er eine Mitfahrgelegenheit mit sechs weiteren Eichenstämmen hatte", erzählt Jonny Brändlin mit launigen Worten. "Alles hat seine Zeit", so der Schreinermeister weiter und warb für Verständnis, dass eines Tages der Moment kommt, in dem ein Baum gefällt werden müsse. Dass ein stattlicher Baum mit seinem edlen Holz in lebendig wirkenden und wertigen Möbeln weiterleben kann, zeigte Brändlin nicht nur mit Fotos, sondern auch mit seinen selbstgefertigten Stücken im Ausstellungsraum. Dort wurde den Gästen ein Glas Wein gereicht, bevor die neue Markgräfler Weinprinzessin Anika Stork das zweitägige Fest eröffnete. Dann noch ein Wort der Weinprinzessin zur kommenden Weinernte, die in den kommenden Tagen, also noch im Sommer, beginnen wird: "Es wird wohl die früheste Lese sein. Da kann vom Herbsten gar keine Rede sein."

Dann begann der Festtrubel inmitten des Dorfes. Über 17 Anlaufstellen gab es, die ein vielfältiges Speise- und Getränkeangebot – der Schwerpunkt lag selbstverständlich bei den Weinen der heimischen Weingüter und des Winzerkellers – vorhielten. Das besondere Ambiente der Höfe und die Möglichkeiten, den Produzierenden auch über die Schulter schauen zu können, sorgten für Abwechslung. Am Ende des zweiten Tages konnten die Organisatoren eine erfreuliche Bilanz ziehen: Hohe Besucherzahlen und eine tolle Stimmung waren die beste Werbung für das Winzerdorf Laufen.