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28. Dezember 2011

Steuereinnahmen entlasten Sulzburg

Gemeinderat stimmt der Jahresrechnung 2010 zu.

SULZBURG (mps). Die Erholung der Wirtschaft im Jahr 2010 ging glücklicherweise auch an der Stadt Sulzburg nicht vorbei. Entsprechend positiv fiel die Jahresrechnung des ehemaligen Residenzstädtchens fürs vergangene Jahr aus. Besonders bemerkenswert: Statt einer negativen Zuführung von 407150 Euro wurde eine Positivrate von mehr als 24 000 Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis sei wesentlich besser ausgefallen, als es beim Aufstellen des Haushaltsplans 2010 erwartet worden sei, sagte Bürgermeister Peter Wehrle. "Die verbesserte Konjunktur federte das Ergebnis ab, und zwar erheblich", ergänzte Rechnungsamtsleiter Edgar Gerber. Ursächlich für das bessere Ergebnis seien höhere Einnahmen bei der Gewerbesteuer, beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer und bei den Zuweisungen des Landes gewesen, so Gerber.

So stiegen mehrere Einnahmenquellen: die Gewerbesteuer um rund 200 000 auf 453 988 Euro, der Einkommenssteueranteil um 80 000 auf 960 000 Euro, die Schlüsselzuweisungen um 50 897 auf 772 297 Euro und der Familienlastenausgleich um knapp 28 000 auf 110 140 Euro. Dadurch sei die städtische Rücklage Ende 2010 auf 426 000 Euro angewachsen. In der Gesamtsumme lagen Steuereinnahmen und Zuweisungen bei mehr als 2,7 Millionen Euro.

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Höher ausgefallen sind die Einnahmen aus Verkauf, Mieten, Pachten und sonstigen Einnahmen. Sie stiegen um knapp 47 000 Euro auf 560 748 Euro. Verantwortlich dafür seien Mehrerlöse aus dem Holzverkauf, berichtete der Rechnungsamtsleiter. Die Personalkosten fielen mit 1,19 Millionen Euro rund 11 500 Euro geringer aus. Die übrigen Positionen auf der Ausgabenseite unterlagen unterschiedlichen Schwankungen, in der Summe lagen sie etwa 45 000 Euro über dem Haushaltsansatz. Interessant ist die Deckung der kostenrechnenden Einrichtungen Sulzburgs. So habe sich beispielsweise die Kostendeckung beim Kindergarten in Laufen auf knapp 46,5 Prozent verbessert, das Naturschwimmbad schnitt mit rund 11,5 Prozent schlechter im Vergleich zu 2009 ab, die Fernwärmeversorgung verbesserte sich auf 60,2 Prozent. Mit knapp 30,2 Prozent war die Kostendeckung bei der Schwarzwaldhalle etwas geringer. Einen leichten Überschuss bei einer Kostendeckung von 105,3 Prozent erreichte die Abwasserbeseitigung, der Bauhof rechnete sich zu 100 Prozent, und der Gemeindewald profitierte von besseren Holzpreisen und erwirtschaftete bei einer Kostendeckung von 125,5 Prozent einen Überschuss.

Erfreulich war auch die Schuldenentwicklung: Zum Abschluss des Haushaltsjahres 2010 belastete die Stadt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 454,07 Euro, die knapp 20 Euro unter dem damaligen Landesdurchschnitt der vergleichbaren Gemeinden lag. Für das Jahresende 2011 kündigte Bürgermeister Wehrle eine weitere Senkung des Sulzburger Schuldenstandes an.

"Das ausgezeichnete Ergebnis ist sicherlich auch unseren Steuerzahlern geschuldet", bedankte sich Stadtrat Harald Stoll bei Einwohnern und Betrieben. Die Stadt habe das Glück gehabt, dass sie sich über höhere Zuweisungen freuen durfte, sagte Hildegunde Hakenjos und zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. "Das sind erfreuliche Zahlen", stellte Ratsmitglied Friedhelm Engler fest. Nicht mittragen wollte Stadtrat Klaus Gehring das Ergebnis. Es sei nur über eine von ihm missbilligte aktive Bodenpolitik erreicht worden, so dass er wie schon bei der Verabschiedung des Haushaltsplans gegen die Jahresrechnung stimmen wolle. Am Ende stimmte aber die Mehrheit der Ratsmitglieder der Jahresrechnung zu.

Autor: mps