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08. August 2012

Kids-Verbraucher-Analyse

Taschengeldrekord für Deutschlands Nachwuchs

Deutschlands Kinder bekommen so viel Taschengeld wie noch nie. Im Schnitt stehen den Jungen und Mädchen 27,13 Euro im Monat zur freien Verfügung. Das ist Rekord. Im vergangenen Jahr waren es noch 24,79 Euro.

  1. Mehr Geld denn je haben Deutschlands Kinder als Taschengeld zur Verfügung, sagt die Kids-Verbraucher-Analyse 2012. Foto: somenski/fotolia.com

BERLIN. Deutschlands Kinder bekommen so viel Taschengeld wie noch nie. Im Schnitt stehen den Jungen und Mädchen 27,13 Euro im Monat zur freien Verfügung. Das ist Rekord. Im vergangenen Jahr waren es noch 24,79 Euro. Das geht aus der Kids-Verbraucher-Analyse 2012 des Egmont Ehapa Verlags hervor.

"Die Kinder haben eine immer größere Einkaufsmacht", sagt Studienleiter Ralf Bauer. Über insgesamt rund 1,85 Milliarden Euro Taschengeld verfügen die Jungen und Mädchen, rechnen die Wissenschaftler vor. Auch kleine Verdienste, etwa für Müllwegbringen oder Staubsaugen, sind in dem Betrag enthalten. Mehr als 90 Prozent der Sprösslinge im Alter zwischen sechs und 13 Jahren bekommen die Finanzspritze. Ein Grund dafür, dass sich nicht alle Kinder auf Taschengeld freuen können, ist, dass die Eltern zu arm sind. Jüngere Kinder bekommen seltener ihr eigenes Geld. Fast 60 Prozent der Vorschulkinder dürfen sich von etwas Barem selbst kleine Freuden erfüllen.

Der Blick auf die Finanzen zeigt: Eltern sind derzeit in der Lage, wieder mehr für ihre Kinder auszugeben. Nicht nur beim Taschengeld fließen 2012 höhere Beträge. Auch zum Geburtstag, zu Weihnachten und zu Ostern gibt es mehr Geld. Insgesamt addieren sich die Geldgeschenke auf 210 Euro im Jahr. Das sind 13 Euro mehr als 2011.

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Für die Studie hat der Egmont Ehapa Verlag mehr als sechs Millionen Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren zu ihrem Medien- und Konsumverhalten befragt. Auch die Mütter und Väter standen den Wissenschaftlern Rede und Antwort. Erstmals sind auch Vorschüler zwischen vier und fünf Jahren Teil der Studie.

Die meisten haben

ein eigenes Handy

Insgesamt zeigt sich: Kinder haben heute viele Freiheiten. So verfügen drei von vier Zehn- bis Dreizehnjährigen – knapp 80 Prozent – über ein eigenes Handy. Das gebrauchte Mobiltelefon von Mom oder Dad sollte es allerdings nicht sein. 60 Prozent der älteren Jungen und Mädchen sind mit ihren Geräten auf dem neusten Stand. "Das eigene neue Telefon wird immer wichtiger", erläutert Bauer. Von den Sechs- bis Neunjährigen besitzen immerhin 26 Prozent ein Handy, bei 17 Prozent ist es ein Smartphone. Bei den Vier- bis Fünfjährigen sind es drei Prozent.

Markenprodukte werden den Kindern immer wichtiger, auch das ist ein Ergebnis der Studie. Vor allem bei Sportschuhen legen Kinder ab sechs Jahren Wert auf eine bestimmte Marke. Knapp 60 Prozent geben an, einen gewissen Hersteller zu bevorzugen. Bei Taschen, Ranzen, Rucksäcken und Bekleidung gehen etwas mehr als die Hälfte der Kinder nur ungern mit einem No-Name-Produkt aus dem Haus.

Sich etwas wünschen und es auch bekommen sind wie immer zweierlei. Doch Deutschlands Eltern zeigen sich nachgiebig: Der Großteil der Mütter und Väter kommt den Wünschen des Nachwuchses nach. Eltern geben immer mehr Geld für ihre Kinder aus. Im Schnitt kaufen sie pro Jahr Bekleidung im Wert von 346 Euro ein; 14 Euro mehr als noch im Jahr zuvor.

Auch die Handykosten steigen in die Höhe. Mit 326 Euro und damit satten 29 Euro mehr als 2011 bezuschussen Mütter und Väter den Telefonierspaß ihrer Sprösslinge. Bei elektronischen Spielsachen sind die Ausgaben um 13 Euro auf 128 Euro gestiegen. Einkäufe für den Nachwuchs tätigen Mütter und Väter heute im Übrigen immer häufiger im Internet – und das am liebsten mit dem Sprössling an der Seite. "Kinder sind als Ratgeber häufig mit dabei", sagt Ingo Höhn, der Geschäftsleiter des Verlags. So gaben knapp 70 Prozent der Mütter und Väter an, schon einmal etwas online für das Kind bestellt zu haben. Ganz oben auf der Liste stehen Bücher, Bekleidung, DVDs oder CDs.

Nicht bereit Geld auszugeben, sind die meisten Eltern (61 Prozent) für virtuelle Inhalte im Netz wie zum Beispiel für Onlinespiele oder Unterhaltungsangebote. Nur wenn es sich um eine Sache handelt, die den Nachwuchs in puncto Bildung voranbringt, steigt die Bereitschaft.

Autor: Mandy Kunstmann


4 Kommentare

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

08. August 2012 - 19:18 Uhr

"Fast 60 Prozent der Vorschulkinder dürfen sich von etwas Barem selbst kleine Freuden erfüllen."

Wahnsinn! So haben sich die Zeiten geändert...
Und so werden Kinder schon in der Vorschule in die Konsumfalle gelockt.

Machen sich die Einzelhändler eigentlich keine Gedanken darüber, dass die Kleinen - rechtlich gesehen - noch gar nicht geschäftsfähig sind?

"Von den Sechs- bis Neunjährigen besitzen immerhin 26 Prozent ein Handy, bei 17 Prozent ist es ein Smartphone. Bei den Vier- bis Fünfjährigen sind es drei Prozent."

Wir Menschen werden immer gestörter...

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Johannes Schweizer  

Johannes Schweizer

Registriert seit: 14.05.2011

Kommentare: 120

08. August 2012 - 19:28 Uhr

Tja, bei den Renten gibts keinen Inflationsausgleich, aber bei Vorschulkindern!

Verrückte Welt!!

Ich weiß gar nicht, warum wir hier jeden einzelnen verdammten Tag etwas von Rezession, Energiesparen, Benzinpreisen und sonstigen Weltuntergangsszenarien lesen müssen! Uns gehts doch bestens!!

In der Situation hätten sich mal meine Großeltern nach dem Krieg befinden müssen!

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Johannes Schweizer  

Johannes Schweizer

Registriert seit: 14.05.2011

Kommentare: 120

08. August 2012 - 19:33 Uhr

@Ammer Ulabi:

Dank der erbarmunglosen Frühförderung betätigen sich die Kleinen bestimmt schon rege im Aktienhandel oder tätigen sonstige Geschäfte am Handy ;-)

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Gelöschter Nutzer #782481

Registriert seit: 08.08.2009

Kommentare: 1605

09. August 2012 - 18:14 Uhr

Wenn ich das lese, dann frage ich mich, wie ich nur meine Kindheit in den 70er Jahren überleben konnte. ;)

Achso...meine jährlichen Handykosten liegen bei < 15€. Wie man auf Beträge im dreistelligen Bereich kommen kann, ist mir ein echtes Rätsel.

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