Gaudi in Fußballtrikot und Lederhose

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Di, 22. Mai 2018

Stegen

Tausende Besucher beim Pfingstsportfest des FSV Rot-Weiß Stegen am Pfingstwochenende auf dem Fußballplatz und im Festzelt.

STEGEN. Die Tradition des Pfingstsportfests des FSV Rot-Weiß Stegen ist lang. Vor 47 Jahren das erste Mal in vergleichsweise kleinem Rahmen begonnen, eroberte die Sport- und Party-Veranstaltung einen immer bedeutenderen Platz im Vereinsleben und erstreckt sich seit 28 Jahren über das gesamte Pfingstwochenende. So auch in diesem Jahr.

In der Woche zuvor hatten den Vorsitzenden Klaus Blattmann angesichts des miesen Wetters beim Aufbau des großen Festgeländes durch viele ehrenamtliche Helfer aus dem Verein sehr gemischte Gefühle geplagt. "Es wurde aber immer besser, je näher der Freitag kam", sagte er am Wochenende dann erfreut. Die Voraussetzungen waren bestens.

Relativ gemütlich gestaltete sich der Auftakt am Freitagabend mit dem Günter-Fehr-Turnier der Alt-Herren-Mannschaften, benannt nach dem verstorbenen ehemaligen FSV-Vorsitzenden. Unter den elf gemeldeten Teams konnte sich das Team der Spvgg Buchenbach durchsetzen und keinerlei Verletzungen oder Blessuren waren zu beklagen. Gefeiert wurde hinterher mit einer Schlagerparty der Van Baker Band, die mit ihren gekonnten Covers die Schlagerwelt von Udo Jürgens bis zur Neuen Deutschen Welle aufleben ließen. Abgelöst vom DJ-Team der "Kuhstall-Rockers" dauerte die Eröffnungsparty bis weit in die Nacht. Schon am ersten Tag waren mehr als 1000 Menschen auf dem FSV-Gelände.

Am Samstag fand dann das Turnier der Betriebs- und Freizeitmannschaften statt. Turnierleiter Bernd Wißler und seine Helfer hatten alle Hände voll zu tun, die insgesamt 92 Spiele der 28 teilnehmenden Mannschaften im vorgesehenen Zeitplan bis 20 Uhr über den Rasen zu bringen. Die Freizeitkicker kamen zum Teil von weit her, wie die Mannschaft des Junggesellenvereins Reifferscheid aus dem Raum Köln, die sich ihre Begeisterung auch durch ihren belegten letzten Turnierplatz nicht nehmen ließ. Eine Mannschaft aus Eglofs im Allgäu war schon das 30. Mal dabei. Als Sieger setzte sich die Elf "Schweinebacke" der Metzgerei Kindle aus Freiburg durch und empfing verdient eine Nachbildung des WM-Pokals nebst einem Geldpreis. Während und nach der Siegerehrung füllte sich das große Zelt zusehends und die Besucher versorgten sich am ausladenden Küchenstand mit der nötigen Grundlage, um für die kommenden flüssig-fröhlichen Rituale einigermaßen gewappnet zu sein. Die Almrocker, eine gefeierte deutsche Partyband, waren zur Lederhosen-und-Dirndl-Gaudi gekommen und die Mehrzahl der weit über 2000 Gäste war auch in diesem Outfit erschienen. Zwar nicht mit Blasmusik, aber ansonsten in Oktoberfest-Manier, ging mit den Almrockern im Zelt die Post ab. Mit Partyhits wie "Skandal im Sperrbezirk um Rosi", eingestreuten Fußball-Hymnen und Mitklatsch- und Sprechchor-Animation heizten sie die Stimmung an. Bald reichte die Tanzfläche nicht mehr aus – Tisch- und Bierbänke mussten herhalten.

Der Sonntag stand im Zeichen des Turniers der Vereinsmannschaften vorwiegend aus dem Dreisamtal um den von der Gemeinde Stegen gestifteten Wanderpokal und im Zeichen des Turniers der Frauenmannschaften. Bei den Vereinen setzten sich die Narrenzunft "Heistock Hexen" aus Buchenbach und bei den Frauen-Sportvereinsmannschaften die Fußballerinnen des TSV Allemania Freiburg-Zähringen durch.

Am Abend sorgte dann die regionale Partyband Wilde Engel mit Pop und Rock für Stimmung. Das Zelt war mit 3000 Besuchern ausverkauft und die ausgelassene Feierlaune hielt sich bis spät in die Nacht.

Am Pfingstmontag klang das Stegener Großereignis in einem Familientag mit einem Platzkonzert des Musikvereins Wittental, Juniorenturnieren und Attraktionen wie Hüpfburg für die Kleinen gemütlich aus.

Rund 500 ehrenamtliche Helfer organisierten das Volksfest. Im Vorfeld war gemeinsam mit Polizei und einem Security-Unternehmen ein Sicherheitskonzept erarbeitet worden. Es kam zu keinen nennenswerten negativen Vorkommnissen. Das DRK Stegen meldete am Montag etwa 40 kleinere Versorgungen sowie vier Transporte mit dem Rettungsdienst.