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20. Mai 2017

Fragebogen soll Antworten liefern

Heimbacher Bürger werden demnächst um ihre Meinung zur Dorfentwicklung gebeten / Nachfrage nach Kitaplätzen im Ort ist groß.

  1. Ortschaftsratssitzung Heimbach Foto: Brigitte Rüssel

TENINGEN-HEIMBACH. Abgesehen vom Leitbild für Heimbach gehörte die Belegungssituation des Kindergartens St. Anna zu einem wichtigen Punkt der Ortschaftsratsitzung am Donnerstagabend im Rathaus.

Kindergartenleiterin Yvonne Noll legte ausführlich dar, wie groß die Nachfrage nach Kitaplätzen ist. Nach aktuellem Stand sei der Kindergarten in Heimbach mit seinen 47 Plätzen voll belegt. Bei den Plätzen sei aber zu beachten, dass Platzanzahl nicht gleich Kinderzahl bedeute. So werden Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren doppelt gerechnet – bedingt durch eine größere Betreuungspflicht. Somit belegen die derzeit sieben Kinder unter drei Jahren gleichzeitig 14 Plätze, es bleiben 33 Plätze für die älteren Kinder. Auch wenn die Schulanfänger ihren Platz im Sommer freigeben, sei der Bedarf weiterhin groß und könne nicht voll abgedeckt werden, sodass Kinder an die Kitas in der Gesamtgemeinde verwiesen werden müssten. Prekär bleibe es auch 2018/19 im Heimbacher Kindergarten. Laut Yvonne Noll liegen dafür schon elf Vormerkungen vor, davon sind zwei Kinder älter als drei Jahre, neun Kinder jünger. Die U3-Kinder würden somit 18 Plätze belegen – aber nur zehn Plätze stehen zur Verfügung. Auch hier müssten drei U3-Kinder an andere Kitas verwiesen werden.

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Überlegungen über zusätzliche Krippengruppe in Heimbach

Die Belegungsproblematik sei ein Riesenthema, so Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker. Die Geburtenzahlen innerhalb der Gemeinde stiegen: Im vergangenen Jahr verzeichnete die Kommune 101 Neugeborene, 2015 waren es gerade mal 67. Ein Aufwärtstrend, den Hagenacker unter anderem auch in der Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf begründet sieht, aber auch durch den Zuzug jüngerer Familien.

Es fehle an Raum, dieser solle entsprechend gesucht werden. Eine Überlegung sei, eine zusätzliche Krippengruppe in Heimbach einzurichten, um mehr Kindergartenplätze zu schaffen. Bis es so weit sei, müssten Eltern mit einer Notlösung innerhalb der Kommune rechnen. Eine Ganztagsperspektive sei in den kommenden fünf Jahren nicht möglich, da es in Teningen drei Ganztagsbetreuungen gebe und in Nimburg eine Gruppe vorgesehen sei. Hier entstehe ein zusätzliches Problem: Wenn die Ganztagskita beendet ist, hätten Schulanfänger auch Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung in der Grundschule, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch nach der Kitazeit gegeben sei.

Das Gesamtkonzept müsse überdacht werden, mit verlängerten Öffnungszeiten, einer neuen Betreuungsform, räumlichen Umstrukturierungen und Personalaufstockung. Eine Stellenbelegung von 60 Prozent stehe in Heimbach offen, da laut Yvonne Noll bisher neben der fehlenden Nachmittagsbetreuung auch eine Halbtagsstelle noch nicht neu besetzt werden konnte.

Ein weiteres wichtiges Thema war der aktuelle Stand der Initiative Dorfentwicklung Heimbach unter der Leitung der Ortschaftsräte Werner Schulz und Werner Kunkler. Schulz berichtete von zahlreichen sinnvollen Ideen, die erarbeitet wurden und die im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes bei einer Versammlung in der Anton-Götz-Halle am 22. September vorgestellt werden sollen. Außerdem lobte er die engagierten Heimbacher Bürger, die bisher an der Erstellung des Konzeptes mitgearbeitet haben.

Vorgesehen ist in nächster Zeit eine Befragung aller Heimbacher Bürger ab 14 Jahren. Dafür wurde ein Bogen mit Fragen erarbeitet, unter anderem zur Wohndauer im Dorf und zu Themen wie Infrastruktur, Verkehr und Tourismus. Die Auswertung des Fragebogens soll bei der Versammlung im September vorgestellt und diskutiert werden.

Für ein umsetzungsorientiertes Konzept sei es unerlässlich, dass entsprechende Gremien aus der Verwaltung mit eingebunden werden. Laut Hagenacker ist es dafür erforderlich, im Vorfeld Gespräche mit den Fachbereichsleitern zu führen, auch um die Ideen an den Gemeinderat weitergeben und auf Basis der Haushaltsplanung realisieren zu können.

Ortsvorsteher Herbert Luckmann lobte das Engagement der Beteiligten ebenfalls, die sich in den Gremien Dorfbild, Vereine und Kultur engagieren. Interessierte Bürger könnten sich weiterhin in den Gruppen einbringen.

Autor: Brigitte Rüssel