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11. Januar 2012 11:04 Uhr

Unglück

Toter bei Brand in Nimburg: Untermieter warnte zuvor Familie

Im Erdgeschoss wüten die Flammen, er rennt nach oben, warnt seine Vermieter. Die können sich retten. Er nicht. Der Untermieter stirbt. Im Fall des Nimburger Brands wurden neue Details bekannt.

Das Feuer im Ortskern von Teningen-Nimburg war Dienstagnacht gegen 4.40 Uhr gemeldet worden. Es war im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses ausgebrochen – dort, wo der Untermieter wohnte. Statt sich selbst ins Freie zu retten, stieg er die Treppen hinauf, klopfte an der Tür des Eigentümerehepaars im ersten Obergeschoss, warnte sie vor den sich ausbreitenden Flammen.

"Die Zeugen haben das in ihrer Aussage bestätigt", sagt Walter Roth von der Polizei Emmendingen der Badischen Zeitung am Mittwoch. Das Ehepaar konnte entkommen – entweder über das verqualmte Treppenhaus oder eine angrenzende Terrasse. Dies wird Roth zufolge im Lauf des Tages in einer erneuten Befragung der beiden geklärt.

Ehepaar und Sohn verletzt

Der 37-Jährige konnte sich indes nicht mehr retten. Seine Leiche wurde vor der Wohnungstür des Ehepaares im Treppenhaus gefunden. "Die beiden haben ihn wohl aus den Augen verloren", meint Roth. "Es war eine chaotische Situation, durch den Rauch war kaum was zu sehen." Möglich, so der Polizeisprecher, dass der Untermieter noch den Sohn des Paares warnen wollte, der im Dachgeschoss wohnte. Dieser konnte später von der Feuerwehr über Steckleiter gerettet werden. Er und seine Eltern erlitten Brandverletzungen und Rauchvergiftungen. Sie mussten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, Lebensgefahr bestand jedoch nicht.

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Woran der 37-Jährige starb, soll nun eine Obduktion klären. Vermutungen zufolge erlitt er eine Rauchgasvergiftung. Womöglich wurde das Treppenhaus für ihn binnen weniger Atemzüge zur Todesfalle. Denn durch den sogenannten Kamineffekt steigt in einem solchen Fall erhitzte Luft auf und giftige Dämpfe breiten sich aus (Fotos).

Die Feuerwehr rät bei einem Brand Betroffenen daher, in der Wohnung zu bleiben, auf den Balkon oder ans Fenster zu gehen und sich bei Rettern bemerkbar zu machen.

Suche nach der Brandursache

Was den Brand in Nimburg ausgelöst hat, ist derzeit noch unklar. Ein Brandsachverständiger ist zusammen mit Beamten der Spurensicherung der Kriminalpolizei dabei dies zu ermitteln. Das Gebäude im Ortskern von Nimburg wurde vollständig zerstört. Etwa 70 Feuerwehrleute der Abteilungen aus Nimburg-Bottingen, Köndringen und Teningen waren im Einsatz. Unbekannt ist hinaus Höhe des Schadens am Gebäude. Wie die Polizei weiter informierte, ist die Gemeinde Teningen dabei, den verletzten Opfern bei der Suche nach einem Ausweichquartier zu helfen.

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Autor: Alexandra Sillgitt