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28. Mai 2014

Vokalisatoren als Magneten

Das Publikum ließ sich von der A-Capella Begeisterung anstecken.

  1. Gerne ließen sich die acht Vokalisatoren von ihrer Dirigentin Katharina Roser in ihren neuen Smokings zu einem noch höheren Leistungstand führen. Foto: Karlernst Lauffer

TENINGEN-NIMBURG. Die Nimberghalle war wieder zur "Hall of Blech" umgestaltet und eine Event-Atmosphäre geschaffen, die dem Konzert der acht Vokalisatoren unter Katharina Roser den passenden Rahmen gab. Die "Hall of Blech" ist nicht nur äußerer Rahmen, sondern auch Philosophie, wie Matthias Dörr und Felix Trotter (Bass und Tenor) sagten.

Beide gingen kurz auf die fünfjährige Geschichte dieses "kleinsten, aber bekanntesten Nimburger Männerchors" ein, der sich mit Erfolg bemüht, anders zu sein, wobei er gute Musik mit Show-Effekten aufpeppt und zu einer attraktiven Unterhaltungsmischung werden lässt. Sie führt dazu, dass eine halbe Stunde vor Mitternacht nicht nur die acht Sänger noch volle Leistung bringen, sondern sich auch das Publikum noch zwei Zugaben erjubelt.

Entscheidenden Anteil an der steigenden musikalischen Leistung hat Katharina Roser, die auch die Show-Effekte voll mitspielt, sei es, dass sie zu Beginn ihre Männer mit Fingerpfiff auf die Bühne ordert oder später als China-Girl die Ergebnisse von Chinas Wissenschaftlern über das Verhalten von Mann und Frau verkündet. Die Männer beschreiben sich in ihrer Großartigkeit mit Worten von Herbert Grönemeier und erklären unterhaltsam, warum das "für die Frauen kein Problem ist".

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Eine Frau aber tragen sie auf Händen, das ist ihre Katharina Roser, für die sich der Hausdichter im Bass (Bernhard Moser) gelungene Verse einfallen ließ. Die acht Sänger trugen diese Rosa-Hymne mit Begeisterung vor.

Wie das Lied entstanden ist, verrieten sie in einer gelungenen Moderation, für die ein jeweils anderer Sänger verantwortlich zeichnete; gelegentlich überstieg des Unterhaltungs- den Informationswert. Doch hatten sich die Vokalisatoren sehr gut vorbereitet hatten und vermittelten den Gästen einen wahrlich amüsanten Abend mit viel Abwechslung.

Sie sangen über das Fahrrad genauso wie sie an den Konjunktur-Cha Cha Cha der Sechziger Jahre erinnerten. Da wurde die "Romanze am Meer" in ihrer Wirkung auf Mann und Frau genauso beschrieben wie der Einfluss von Lauch. Die musikalische Vielseitigkeit des Programms wurde durch den Einsatz des ganzen Chors oder einzelner Solisten oder auch Duos variantenreich gestaltet, wobei auffiel, dass die Solisten genauso an gesanglichem Format gewonnen haben wie der Chor als Tutti. Diese sängerische Verbesserung kam voll beim Publikum an, weil auch die Elektronik tadellos funktionierte und die Männer zum ersten Mal mit Head-Sets (kleine Mikrofone am Kopf) auftraten.

Dann hatten sich die Männer um Matthias Dörr noch eine zusätzliche Bereicherung ausgedacht und den Jazz-Chor Vocalise aus Freiburg eingeladen: Elf Frauen mit einem neunteiligen Programm traten kontrapunktisch zu den männlichen Vokalisatoren auf und trugen unter Stefan Rheidt zu dem A-Capella-Festivals bei, zu dem sie den Nimburgern gratulierten.

Weil dabei die Stimmen die Instrumente sind, wurde am Ende der Veranstaltung die Hälfte der Halle zu Pauken ernannt und die andere Hälfte als Horn bestimmt. Die Pauke hatte mit bum bum zwei Töne zu intonieren, das Horn einen Ton. Die Lautstärke bewies, dass das Publikum sich durch das dritte A-Capella-Event mit Begeisterung hatte anstecken lassen.

Autor: Karlernst Lauffer