Firmenübernahme

Teninger Formtechnik übernimmt Endinger Gürtner

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Sa, 13. Januar 2018 um 13:35 Uhr

Endingen

Das Teninger Unternehmen Formtechnik übernimmt die Endinger Firma Gürtner Apparatebau. Sie wollen gemeinsam stärker am Markt auftreten. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Die Formtechnik in Südbaden GmbH & Co. KG mit Sitz in der Teninger Rohrlache übernimmt die Gürtner Apparatebau GmbH & Co. KG aus Endingen. Die Gesellschafter und Geschäftsführer Rüdiger Braun und Martin Gürtner haben beschlossen, die Stärken der beiden mittelständischen Unternehmen zu vereinen und die jeweilig vorhandenen Vertriebs- und Produktionsstrukturen in einem Unternehmen zu bündeln. Am Freitag wurden die Mitarbeiter an beiden Standorten bei Betriebsversammlungen über die Übernahme informiert.

Das Teninger Unternehmen übernimmt die Endinger Traditionsfirma einschließlich sämtlicher Geschäftstätigkeiten, aller Mitarbeiter sowie der gesamten Betriebseinrichtung. Erklärtes Ziel ist die Stärkung der Marktposition, Nutzung vorhandener Synergien sowie die Optimierung von Produktionsprozessen. Das Know-How der mehr als 100-jährigen Geschichte der Firma Gürtner wird vollständig am Standort Teningen integriert.

Gürtner eine ideale Ergänzung

"Als Hersteller von Serienteilen und Roboterschweißteilen mit überregionalem und deutschlandweitem Kundenstamm ist die Formtechnik ein anerkannter Partner der Großindustrie, wie beispielsweise der Meyer-Werft in Papenburg", betont Rüdiger Braun. "Mittelständisch und auf Einzelanfertigungen, Kleinserien und Sonderkonstruktionen spezialisiert, ist die Firma Gürtner eine ideale Ergänzung mit einem sehr breit gefächerten regionalen Kundenstamm."

Mit der Übernahme stelle man die Weichen für weiteres Wachstum in Teningen, Investitionen in innovative Technologien seien bereits geplant. Beide Mittelständler betonen ausdrücklich, dass sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben. Derzeit arbeiten am Standort Teningen 45 und in Endingen 22 Mitarbeiter. Neuer Geschäftsführer wird Martin Gürtner. Er ist bereits seit 2004 schweißtechnisch verantwortlicher Leiter der Formtechnik und als neuer Geschäftsführer künftig verantwortlich für das operative Geschäft. "Damit ist die nahtlose Kommunikation zu Kunden und Geschäftspartnern der ehemaligen Firma Gürtner gewährleistet", betont Martin Gürtner.

Keine Angabe zu Übernahmemodalitäten

Durch die Übernahme werde die Marktposition gestärkt – ein Plus auch in puncto Sicherheit der Arbeitsplätze. Angaben zu den weiteren Übernahmemodalitäten machen die Verantwortlichen nicht.

Die Firma Gürtner wurde 1899 in München gegründet. Bedingt durch die Kriegswirren kam die Familie an den Kaiserstuhl und ist seit 1950 in Endingen ansässig. Martin Gürtner führt das Unternehmen seit fast 20 Jahren in der vierten Generation. Durch massive Umstrukturierungen gelang ihm der Wandel vom ehemaligen Handwerksbetrieb hin zum modernen Industriezulieferbetrieb im Apparate- und Behälterbau, Anlagenbau sowie in der Baugruppenfertigung. Die Kunden des Unternehmens kommen aus ganz Baden.

Doch in der gepachteten Immobilie am Standort Endingen gab es keine Erweiterungsmöglichkeit mehr, betont der Geschäftsführer. Die Übernahme durch Formtechnik bringe künftig weiteres Wachstumspotenzial im Geschäftsbereich der bisherigen Firma Gürtner.

Eingliederung bis Sommer abschließen

Die Formtechnik in Südbaden macht nach Unternehmensangaben bislang einen Jahresumsatz von rund 4,5 Millionen Euro. Mit der Übernahme von Gürtner kommen weitere rund 2,2 Millionen Euro hinzu. Die Eingliederung der Firma Gürtner in die Formtechnik GmbH soll ab Frühjahr fließend erfolgen und möglichst bis zum Sommer abgeschlossen sein, betont Gürtner gegenüber der BZ.

Die Mitarbeiter an beiden Standorten nahmen die Informationen zu den bevorstehenden Veränderungen nach Angaben der Unternehmensleitung positiv auf.

Die Formtechnik in Südbaden ist tätig im Bereich Stanztechnik, Umformtechnik, Stahlbau und Blechbearbeitung. Sie ist Teil der Unternehmensgruppe Braun, die neben Transportbeton- und Kieswerken auch Skilifte am Notschrei sowie den Steinwasenpark betreibt. Seit 2017 führt die Unternehmensgruppe auch den Wild- und Freizeitpark Löffingen, der nach erheblichen Investitionen zur Saison 2018 neu eröffnet werden soll.