Tennis Zweite Bundesliga

Der Coup des TC BW Oberweier

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Fr, 21. Juli 2017 um 22:55 Uhr

Tennis

Der TC BW Oberweier hat auch sein zweites Spiel in der Zweiten Liga im Tennis gewonnen. Am Freitag überraschten die Ortenauer nach mehr als sieben Stunden beim TSV Rosenheim mit einem 5:4-Erfolg, der Platz zwei bringt.

Vor Spielbeginn wurden die Südbadener noch bemitleidet. Sie mussten kurzfristig auf Alexey Vatutin verzichten, der sich bei einem Challenger-Turnier im polnischen Poznan zeitgleich zu den Kollegen in Rosenheim ins Halbfinale des Turniers gespielt hatte. Hinter dem Einsatz des jungen Russen, der seinen zehnten Sieg in Folge erzielte, im Heimspiel am Sonntag (11 Uhr Tennisanlage an der Palmengasse) steht nun ein dickes Fragezeichen.

Schrecken kann dieser Umstand beim Oberweierer Tennisteam aber wohl keinen mehr nach diesem Freitag. "In dieser Konstellation ist das Ergebnis wahnsinnig", hatte Cheftrainer Oliver Killeweit bereits nach dem 3:3 nach den Einzeln zufrieden verkündet. Sein Team, das mit vier deutschen Akteuren aus dem eigenen Verein gegen eine Auswahl von Österreichern, einem Italiener und einem Serben bestand, kann wohl so schnell nichts schrecken.

Vier Einzel im Match-Tiebreak entschieden

Der Fairness wegen muss der ausgesprochen knappe Verlauf der Einzelspiele betont werden. "Von 1:5 bis 5:1 war alles drin", sagte Killeweit. Beispiele: Philipp Bauer verlor den Match-Tiebreak 10:12. Da war mehr drin. Adrian Obert hatte in dem Entscheidungssatz mit 7:10 das Nachsehen. Im Gegensatz dazu kam Andrej Kracman zu einem glücklichen Erfolg, den er mit einem 7:4 im Tiebreak des zweiten Satzes und einem 10:8 im Match-Tiebreak sicherte. Ebenso knapp fiel die Entscheidung im Spitzeneinzel, in dem der Belgier Eduardo Struvay im Oberweierer Dress mit 11:9 den entscheidenden Satz gewann.

Überraschend, nicht nur vom Resultat her, war der einzige klare Einzelsieg für die Südbadener. Paul Wörner, auf Position zwei spielend und auf Rang 811 in der Tenniswelt gelistet, besiegte den Österreicher Sebastian Ofner 6:3 und 7:5. Der für Rosenheim spielende Akteur sorgte jüngst in Wimbledon für Furore, als der Qualifikant erst in der dritten Runde gegen Sascha Zverev unterlag. Dies brachte ihm Rang 156 in der Weltrangliste ein. Und unterstreicht die starke Leistung des Paul Wörner. "Das war für ihn ein Schritt nach vorne", lobte Oberweiers Trainer seinen Schützling.

Doppel an Spannung kaum zu übertreffen

Für die Entscheidung, die in den Doppeln fallen musste, setzte der Teamchef auf die Paarungen Eduardo Struvay und Paul Wörner sowie Andrej Kracman und Philipp Bauer. Aber Planungen war an diesem Freitag vorwiegend Makulatur. Die beiden Einzelsieger des TC BW, Eduardo Struvay und Paul Wörner, verloren relativ schnell 3:6 und 4:6, da hatten die anderen Doppel gerade erst mit Durchgang zwei begonnen.

Adrian Obert und Denis Kapric nutzen den dritten Satzball zum 7:6 im ersten Satz. Andrej Kracman und Philipp Bauer brauchten ein 7:3 im Tiebreak, um Durchgang eins mit 7:6 zu gewinnen. Da waren bereits sieben Stunden gespielt. Hernach ging es auf beiden Plätzen im Gleichschritt voran – bis zum 4:4 in beiden Doppeln. Und erneut sorgte die Paarung, die eigentlich ganz befreit aufspielen konnte, für einen Punkt. Mit dem zweiten Matchball glichen Adrian Obert und Denis Kapric zum 4:4 aus. Und alles konzentrierte sich auf die Partie, in der Mannschaftsführer Philipp Bauer agierte. Er war am vergangenen Sonntag bereits im entscheidenden Doppel gestanden. An der Seite von Andrej Kracman gelang es ihm erneut mit dem ersten Matchball zum 7:5 das Spiel für den TC BW Oberweier mit zu entscheiden.

Nun kommt am Sonntag (11 Uhr) der TC Weiß-Blau Würzburg an die Palmengasse. Dort erwartet der Verein mehr als 500 Zuschauer, hat dafür neue Tribünen aufgebaut. Die Gäste verloren am Freitag ihr Spiel gegen den TC Großhesselohe mit 2:7.

Die Spiele auf einen Blick:

Bellotti – Struvay 2:6, 6:2, 9:11;

Ofner – Wörner 3:6, 5:7;

Krstin – Obert 4:6, 6:1, 10:7;

Brunner – Kapric 6:2, 7:6;

Eitzinger – Kracman 6:4, 6:7, 8:10;

Jastraunig – Bauer 6:4, 1:6, 12:10;

Ofner/Brunner – Struvay/ Wörner 6:3, 6:4;

Belotti/Jastraunig – Obert/Kapric 6:7, 4:6;

Krstin/Eitzinger – Kracman/Bauer 6:7, 5:7.