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29. Oktober 2010
Die Tennis-Elite ist in Basel bei den Swiss-Indoors zu Gast
Die Swiss Indoors in Basel, das bedeutendste Tennisturnier in der Region, feiert sein 40-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig müssen die Weichen für die Zukunft neu gestellt werden.
BASEL. Wenn am Samstag und Sonntag die Qualifikation und von Montag an das Hauptturnier gespielt werden, wird im Namen der Veranstaltung letztmals Titelsponsor Davidoff geführt sein. Eine 17-jährige Partnerschaft geht zu Ende.
Hintergrund ist der letztjährige Aufstieg der Swiss Indoors in den Status eines ATP-500-Turniers und die damit verbundenen Veränderungen auf dem Gebiet der TV-Vermarktung. Der Schritt in die so genannte Champions League der Männer-Tennis-Turniere sowie in den globalen Fernsehmarkt ist mit einer Verschärfung der Werberestriktionen verbunden. Und die Erzeuger von Tabak-Artikeln werden in vielen Ländern inzwischen als problematische Sponsoren eingestuft. Bereits bei den am Samstag beginnenden Swiss Indoors dürfen Schriftzüge der Oettinger Davidoff Group in internationalen TV-Ausstrahlungen wegen Tabakwerbeverboten nicht mehr gezeigt werden. Roger Brennwald, Turnier-Direktor der Swiss Indoors, befindet sich also auf der Suche nach neuen Werbepartnern. Und in einem Fall ist er bereits fündig geworden: Der Kanton Basel-Stadt hat – quasi als Davidoff-Ersatz – einmalig die gesamte Bandenwerbung rund um den Centre Court gebucht. Gleichzeitig entschied der Regierungsrat des Kantons, die bereits bestehende Partnerschaft mit den Swiss Indoors bis 2016 fortzuführen.Werbung
Im Sommer war in Sachen Swiss-Indoors-Sponsoring auch Roger Federer ins Spiel gekommen. Die Zeitung Blick wollte erfahren haben, dass der gebürtige Basler – obwohl selbst noch auf den Courts dieser Welt als Spieler aktiv – die Swiss Indoors zu kaufen beabsichtige. Roger Brennwald dementierte jedoch umgehend, stellte klar, dass er sein Lebenswerk noch einige Zeit selbst vorantreiben wolle und legte Federer nahe, dieser solle sich momentan noch um die Karriere Tennis-Profi kümmern. Wobei Brennwald einen Federer-Einstieg für die Zukunft nicht völlig ausschloss: "Wenn der Tag kommt, setze ich mich mit Roger an einen Tisch, keine Frage."
Wichtig für die Swiss Indoors ist Roger Federer indes schon dieser Tage – als Zugpferd lockt der noch immer beste Tennisspieler der Welt seit Jahren die Zuschauer in Massen in die St. Jakobshalle. Auch diesmal, obwohl er eine alles andere als optimale Saison hinter sich hat, bei den Grand-Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon und New York fast schon zur Selbstverständlichkeit gewordenen Finaleinzüge und Triumphe verpasste sowie bislang 2010 "nur" drei Titel erringen konnte. Eine überaus mäßige Bilanz für einen, der mit insgesamt 64 Titeln, 16 Grand-Slam-Erfolgen und an die 60 Millionen Dollar Preisgeld-Einnahmen in den ewigen Bestenlisten ganz vorn rangiert.
Im Feld der diesjährigen Swiss Indoors wartet auf Federer, den dreifachen Sieger seines Heimatturniers, ein Spieler, der ihm schon die eine oder andere bittere Niederlage zugefügt hat: Gegen Novak Djokovic hat Federer nicht nur das Finale der Swiss Indoors 2009 verloren, sondern auch das Halbfinale der diesjährigen US Open. Der Serbe hatte ihn zuletzt sogar von Weltranglisten-Position zwei verdrängt. Ein Platz, den sich Federer inzwischen wieder zurückerobert hat – auch durch seinen Sieg vergangenen Sonntag beim Turnier in Stockholm.
Federers Finalgegner in Schweden war Florian Meyer, der beim 4:6 und 3:6 zwar letztlich chancenlos war, aber dennoch demonstrierte, dass er sich in diesem Jahr nach langer Durststrecke wieder in ansprechender Form befindet. In Basel kann Mayer sein wiedergefundenes Können erneut beweisen, denn der Bayreuther gehört ebenfalls zum starken Teilnehmerfeld der diesjährigen Swiss Indoors, in dem weitere Top-Akteure wie Andy Roddick (USA) und Tomas Berdych (Tschechien), Wimbledon-Finalist 2010, auftauchen. Letzterer hatte auf seinem Weg ins Endspiel des britischen Traditionsturniers übrigens den sechsmaligen Champion bezwungen: Roger Federer.
Autor: René Kübler



