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04. November 2011
Erfolgsgarant Roger Federer
Swiss Indoors profitieren weiterhin vom Lokalmatadoren.
TENNIS. Gelassen, sogar mit einem Lächeln auf dem Gesicht ist Roger Brennwald dieser Tage ins Medienzentrum der St. Jakobshalle marschiert. Dabei hatte der Turnierchef der Swiss Indoors gerade die Absage des Schotten Andy Murray hinnehmen müssen – wegen einer Zerrung am Gesäß. Die durchaus lustige Art der Verletzung eines der Topstars im Teilnehmerfeld war jedoch nicht der Grund für Brennwalds gute Laune. Der 65-Jährige ist nicht wie früher auf das Mitmachen einzelner Branchenführer angewiesen. Ihm genügt ein einziger: So lange Roger Federer bei den Swiss Indoors aufschlägt, ist der Erfolg der Veranstaltung garantiert.
"Roger Federer ist ein absoluter Glücksfall für die Swiss Indoors", betont Brennwald immer wieder. Wie gewaltig der Anziehungskraft des Publikumsmagneten Federer ist, bekommt der Indoors-Gründer während der Turnierwoche Tag für Tag vor Augen geführt. Während die St. Jakobshalle selbst bei Matches anderer Elitespieler oft nur zu einem Viertel, im besten Fall zur Hälfte gefüllt ist, sind die Plätze am Centre Court restlos gefüllt, wenn Federer auftritt. Brennwald weiß das geschickt auszunutzen. Der Montag zu Beginn der Swiss Indoors ist einzig Roger Federer gewidmet, die Eröffnungszeremonie ist lediglich der pompöse Vorspann für die Erstrundenpartie des Lokalmatadoren. Und für den Dienstag, an dem Federer eigentlich spielfrei war, wurde einfach ein neues Event geschaffen: der Number-One-History-Award – die Wahl zum beliebtesten Spieler in der Geschichte der Swiss Indoors. Dass Federer dabei von 40 000 Stimmen 31 052 erhielt und vor dem momentanen Weltranglistenersten Novak Djokovic (3233) siegte, zeigt, dass man sich die Abstimmung eigentlich hätte sparen können. Doch die Ehrung des Gewinners samt Trophäen-Übergabe bot eben eine weitere Gelegenheit, Federer dem Publikum zu präsentieren – und somit für ein volles Haus zu sorgen.
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Natürlich habe es den Swiss Indoors geholfen, dass der Federer Basler sei, das räumt Brennwald immer wieder unumwunden ein. Von einer Abhängigkeit will er aber nichts wissen. Ein Großteil der über 40-jährigen Turniergeschichte habe schließlich ohne Federer stattgefunden, sagt Brennwald zu Recht. Und die Swiss Indoors seien trotzdem zu einer Marke im Welttennis geworden. Dennoch dürfte Brennwald froh gewesen sein, als Federer zuletzt Rücktrittsspekulationen entschieden entgegentrat. "So lange mein Körper mitmacht, werde ich weiterspielen", stellte er klar. Natürlich auch bei den Swiss Indoors, denn: "Dieses Turnier ist etwas Besonderes für mich."
Autor: René Kübler
