Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
28. Januar 2012 00:02 Uhr
Australian Open
Novak Djokovic trifft im Finale von Melbourne auf Rafael Nadal
Novak Djokovic und Andy Murray lieferten sich im Halbfinale eines der packendsten Duelle in der Geschichte der Australian Open. Am Ende hatte der Weltranglisten-Erste das bessere Ende für sich.
MELBOURNE (dpa). Als er eines der schwierigsten Spiele seiner Karriere doch noch gewonnen hatte, ließ sich Novak Djokovic auf den Boden fallen. Fast fünf Stunden lang hatte er sich mit Andy Murray im Halbfinale der Australian Open eine der packendsten Partien der Turniergeschichte geliefert. Dann verwandelte er seinen ersten Matchball zum 6:3, 3:6, 6:7 (4:7), 6:1, 7:5 und machte das Traum-Endspiel gegen Rafael Nadal am Sonntag perfekt.
Nadal hatte sich am Donnerstag in einem ebenfalls hochklassigen Tennis-Match gegen Roger Federer in vier Sätzen durchgesetzt. "Keine Ahnung, was ich sagen soll. Das Ergebnis erzählt alles", meinte der Serbe, der nach dem Erfolg in der Neuauflage des Finales aus dem Vorjahr in Down Under nach seinem dritten Titel nach 2008 und 2011 greift. Für den Branchenprimus wäre es nach den Triumphen in Wimbledon und New York der dritte Grand-Slam-Titel nacheinander. Das schafften vor ihm lediglich Pete Sampras, Federer, Nadal und der legendäre Rod Laver, der am Freitag in dem nach ihm benannten Stadion mitfieberte."Danke, dass Sie so lange ausgeharrt haben", meinte Djokovic in Richtung des australischen Tennis-Helden. "Man trainiert so hart, weil man weiß, irgendwann bekommt man die Chance, in so einem Match mitwirken zu können", meinte Djokovic. "Das war definitiv eines der besten Spiele in meinem Leben." Mit Blick auf das Duell gegen Nadal, den er in den vergangenen sechs Vergleichen besiegt hatte, sagte der 24-Jährige: "Ich befürchte, das wird wieder ein verdammt physisches Spiel. Jetzt geht es darum sich zu erholen. Wenn mir das gelingt, glaube ich daran, dass ich gewinnen kann."
Werbung
Murray halfen auch alle Tipps seines neuen Coaches Ivan Lendl nichts, der acht Grand-Slam-Turniere in seiner Karriere gewann und in Melbourne zweimal triumphierte. Lendl verfolgte das Match seines Schützlings mit stoischer Ruhe auf der Tribüne, während rund um ihn herum fast schon eine Atmosphäre wie im Fußball-Stadion herrschte. Das Sieger-Gen konnte auch Lendl dem Schotten noch nicht einimpfen. "Ich bin natürlich sehr enttäuscht", meinte Murray. "Aber ich bin verdammt stolz, wie ich gekämpft habe. Im vergangenen Jahr habe ich Melbourne mit einem weitaus schlechteren Gefühl verlassen", meinte der Brite, der weiter auf seinen ersten großen Titel warten muss. 2011 hatte der 24-Jährige gegen Djokovic im Endspiel glatt in drei Sätzen verloren und war danach heftig kritisiert worden.
Dieses Mal war alles anders. Nach schleppendem Beginn übertraf das Duell sogar noch den Klassiker Nadal gegen Federer am Tag zuvor. Djokovic und Murray schlugen sich 4:50 Stunden lang die Bälle um die Ohren und lieferten sich einen Schlagabtausch, der mehr Irrungen und Wendungen kannte, als alle bisherigen Begegnungen des Turniers zusammen. Erst schien Djokovic auf einen Sieg zuzusteuern, dann hatte Murray nach dem Gewinn der Sätze zwei und drei plötzlich deutlich bessere Karten.
Im Endspiel der Frauen stehen sich an diesem Samstag (9.30 Uhr/Eurosport) die Weißrussin Victoria Asarenka und Maria Scharapowa aus Russland gegenüber. Dabei geht es für beide Spielerinnen neben dem Titel auch um Platz eins in der Weltrangliste. Vor dem Duell stand aber mehr das laute Gestöhne der beiden Osteuropäerinnen auf dem Platz im Mittelpunkt. Asarenka reagierte genervt auf das Gerede vom wahrscheinlich "lautesten Finale" der Australian-Open-Geschichte. "Oh mein Gott. In jeder Pressekonferenz. Könntet ihr mich nicht mal mit einer anderen Frage überraschen", ätzte die Nummer drei der Welt am Freitag. Scharapowa gab sich dagegen gewohnt cool. "Keiner, der wichtig genug wäre, hat mir gesagt, dass ich etwas ändern soll", meinte die Melbourne-Gewinnerin von 2008.
Autor: dpa
