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05. Juli 2012

Ohne deutsche Männer

Tennisturnier in Wimbledon: Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber scheitern im Viertelfinale.

  1. Gut war nicht gut genug: Philipp Kohlschreiber bei seiner Viertelfinalniederlage Foto: dpa

LONDON (dpa). Die Halbfinal-Träume der deutschen Männer sind in Wimbledon zerplatzt: Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber konnten Angelique Kerber nicht in die Vorschlussrunde des berühmtesten Tennisturniers der Welt folgen.

Mayer unterlag in seinem zweiten Viertelfinale im All England Club nach 2004 Titelverteidiger Novak Djokovic klar 4:6, 1:6, 4:6. Florian Mayer hatte gegen Branchenprimus Djokovic im ersten und dritten Satz seine Chancen, machte aber die wichtigen Punkte nicht und musste sich schließlich nach 1:45 Stunden Spielzeit geschlagen geben. "Wenn du deinen Chancen nicht nutzt, kannst du die Nummer eins der Welt nicht schlagen – so einfach ist das", sagte Mayer. Das galt vor allem für den ersten Satz: Zunächst schenkte er ein Break zum 3:2 sofort wieder her. Nach einer kurzen Regenunterbrechung hatte der Oberfranke dann bei 4:4 wieder 0:40 beim Aufschlag von Djokovic, nutzte aber alle drei Chancen zum Break nicht.

Daviscup-Kollege Kohlschreiber war gegen Jo-Wilfried Tsonga, die Nummer sechs der Tenniswelt, beim 6:7 (5:7), 6:4, 6:7 (3:7), 2:6 dichter dran, erster deutscher Wimbledon-Halbfinalist seit Thomas Haas (2009) zu werden. Im Semifinale am Freitag trifft Tsonga nun auf den britischen Lokalmatador Andy Murray, der 6:7 (5:7), 7:6 (8:6), 6:4, 7:6 (7:4) gegen den Spanier David Ferrer gewann. Im zweiten Halbfinale hat sich Djokovic mit dem Schweizer Roger Federer auseinanderzusetzen.

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Kerber spielt im Semifinale gegen Radwanska

Kohlschreiber verkaufte sich teuer und konnte stolz sein auf sein bestes Abschneiden bei einem Grand-Slam-Turnier. "Philipp hat sehr gut gespielt, er war der bessere Spieler von der Grundlinie und sehr aggressiv", zollte ihm der Franzose Tsonga Respekt. Kohlschreiber, vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als einziger Akteur im Männer-Einzel für Olympia in London nominiert, wird am Montag vom 30. auf den 22. Weltranglistenplatz klettern. Damit egalisiert der 28-Jährige sein bestes Karriere-Ranking. Auch der 28-jährige Mayer zog eine positive Turnierbilanz: "Es ist noch einmal ein Ansporn, noch mal wieder nach vorne zu kommen im Ranking. Man hat einfach wieder die Lust darauf, gegen die Großen zu gewinnen."

Die Tageszeitung The Guardian hatte am Mittwoch – auf Deutsch – von einer "Wiedergeburt" der Deutschen in Wimbledon geschrieben. Allerdings wartet der Deutsche Tennis Bund (DTB) nun weiter seit 1995 auf zwei Profis im Halbfinale der All England Championships: Damals waren es die spätere Turniersiegerin Steffi Graf und der spätere Endspielteilnehmer Boris Becker. Nun wandelt nur noch Kerber auf Grafs Spuren. Sie trifft an diesem Donnerstag (14 Uhr/MESZ) auf Agnieszka Radwanska. Im zweiten Halbfinale kommt es danach zum Aufeinandertreffen zwischen Wiktoria Asarenka (Weißrussland) und Serena Williams (USA).

Autor: Siehe auch Hintergrund


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