Pyrotechnik

Test-Feuerwerk in Freiburg: Wenn Silvester vor Weihnachten kommt

Antonia Stille

Von Antonia Stille

So, 16. Dezember 2018 um 19:51 Uhr

Freiburg

Am Wochenende haben Oliver und Christina Tibus in Zähringen ihre Feuerwerkskörper für das kommende Silvester präsentiert. Im Fokus standen auch Sicherheit und Herstellung.

Eigentlich ist es noch viel zu früh dafür: Es ist der 15. Dezember und die Freiburger Nachtluft füllt sich mit knallenden Silvesterraketen. Grund dafür ist das sogenannte Vorschießen des Feuerwerker-Paars Oliver und Christina Tibus, die schonmal einen Vorgeschmack geben wollen, wie der Himmel in gut zwei Wochen aussehen könnte.



Der Sportplatz des TSV Alemannia Zähringen ist nur von Fackeln erleuchtet, sonst ist es dunkel. Am Zaun haben sich einige Dutzend Wartende versammelt, auf der anderen Seite, auf der Hauptstraße, kehren Menschen vom Weihnachtseinkauf aus der Innenstadt zurück, Autos und Straßenbahnen rauschen vorbei. Hier ist es ruhig. Die Anwesenden sind gespannt. "Mal schauen, was sie in petto haben", sagt einer. Sie, das sind Oliver und Christina Tibus von "Impulswerk", die heute ihr Angebot präsentieren wollen. Zwei Tage lang haben sie alles vorbereitet.

"So, herzliches Willkommen zusammen", beginnt Oliver Tibus den Abend. Es soll nun losgehen: Sein Kollege ist bereits mit dem Anzündstab auf dem Gelände unterwegs, das gespickt ist mit verschiedenen unförmigen Gegenständen – alles Feuerwerkskörper, die gleich abgefackelt werden. Vulkane, Batterien, Raketen: Nach und nach knallen, zischen und explodieren bunte Farben auf und über dem Sportplatz.

Die Raketen werden in Deutschland hergestellt

Dazu erklärt Oliver Tibus, wo die Produkte, die sie bei der Korbflechterei Witt in Herdern verkaufen, hergestellt wurden, wie sie zusammengesetzt sind, was sie kosten.

Immer wieder betont der 46-Jährige, dass die Artikel in Europa hergestellt wurden, die Raketen sogar in Deutschland: "Anders als die im Supermarkt." Da stehe zwar "Made in Germany" drauf, aber die Einzelteile seien meist aus China, mit schlechten Produktionsbedingungen und noch schlechterer Qualität.



Auf Nachfrage erklärt er, dass auch einige ihrer Knaller, die Batterien, aus China kämen, allerdings nach deutschem Entwurf. "Gebaut werden die in Europa nicht." Das liege an den Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen, allerdings würden diese in China auch immer strenger. Zum Glück, findet er: "Schön wäre, wenn die Menschen bereit wären, mehr Geld für Qualität auszugeben." Dafür müssten es dann ja nicht so viele Produkte sein.

Auch Sicherheit spielt für Christina und Oliver Tibus eine große Rolle. Bei der Präsentation weist der Pyrotechniker die Zuschauer und Zuschauerinnen hinter dem Absperrband darauf hin, an Silvester große Vorsicht walten zu lassen: Die Artikel solle man auf ebenem Boden abstellen und, wenn die Angelegenheit zu wackelig ist, lieber an einem stabilen Gegenstand befestigen. Außerdem solle man sich nach dem Anzünden schnell entfernen und einige Meter Abstand halten. Und falls ein Feuerwerkskörper mal nicht funktioniere, solle man unbedingt mindestens 15 Minuten warten, bis man sich ihm wieder nähert, so Tibus weiter.

Nach etwa einer halben Stunde hat das Ehepaar alles abgefeuert, die Werbephase ist vorbei. Jetzt kommt das Highlight: eine auf Filmmusik abgestimmte Feuerwerkschoreographie. Streicher, Trommeln, bunte Explosionen. Jetzt zeigen die beiden, wie Profis die vorher einzeln gezeigten Vulkane, Raketen und Batterien zu einem Gesamtkunstwerk machen. Die Nacht ist kalt, der Himmel ist bunt, Silvester kann kommen.
Sicherheit und Verkauf

Sicheres Feuerwerk erkennt man am CE-Zeichen mit der Kennnummer 0589 der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und dem darauf folgenden Kategoriekennzeichen F1 oder F2 und einer fortlaufenden Nummer. F2-Artikel sind ab 18 Jahren und nur drei Tage im Jahr (2018: 28., 29. und 31. Dezember) erhältlich. In die Klasse F1 fallen Produkte wie Knallerbsen, die ganzjährig verkauft und benutzt werden dürfen, auch von Kindern ab 12 Jahren.