"Glaubwürdige Beweise"

AFP

Von AFP

Mi, 14. März 2018

Theater

New Yorker Met beendet Zusammenarbeit mit Levine.

Die Metropolitan Opera in New York hat ihren Stardirigenten und langjährigen künstlerischen Leiter James Levine gefeuert. Es gebe "glaubwürdige Beweise", dass der heute 74-Jährige über Jahre hinweg junge Musiker sexuell missbraucht habe, teilte das weltberühmte Opernhaus mit. Die Met hatte bereits im Dezember die Zusammenarbeit mit Levine ausgesetzt, nachdem erste Vorwürfe gegen ihn öffentlich geworden waren.

Eine Untersuchung habe Beweise zutage befördert, wonach Levine sich sowohl vor als auch während seiner Arbeit für die Met des sexuellen Missbrauchs und der Belästigung schuldig gemacht habe, erklärte das Opernhaus. Opfer seien vor allem junge, "verletzliche" Künstler gewesen, die am Anfang ihrer Karriere gestanden hätten. Die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten werde beendet, auch der Titel des Musikdirektor Emeritus werde Levine entzogen. Levine war vier Jahrzehnte lang musikalischer Leiter der Met, er zählt zu den besten US-Dirigenten seiner Generation. 2016 ging er wegen einer Parkinson-Erkrankung in Rente, arbeitete aber weiter am Opernhaus; unter anderem war er für das Programm der Met für junge Künstler zuständig.

Bei der dreimonatigen Untersuchung durch einen ehemaligen Staatsanwalt seien mehr als 70 Menschen befragt worden, erklärte die Met. Vorwürfe und Gerüchte, wonach die Leitung des Opernhauses Informationen über den Dirigenten zurückgehalten habe, seien aber unbegründet, fügte sie hinzu. Die New York Times und die New York Post hatten Ende vergangenen Jahres berichtet, Levine habe einen Jugendlichen ab 1985 jahrelang sexuell missbraucht. Levine hatte in einer früheren Erklärung alle Vorwürfe rundum zurückgewiesen. Er sei weder ein "Unterdrücker" noch ein "Aggressor", versicherte er damals.