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15. November 2017

Nachwuchspreis für eine Arrivierte

Sophie Passmann gewinnt den Freiburger Kleinkunstpreis.

Drangvolle Enge im Freiburger Vorderhaus – schon lange vor Veranstaltungsbeginn sind alle kostenlosen Plätze besetzt. Zum vierten Mal findet hier der Wettbewerb des Freiburger Kleinkunstpreises für Studierende statt, ausgelobt und mit drei Geldpreisen prämiert wird er von Universität, Studierendenwerk und Vorderhaus. Eine tolle Sache, die Nachwuchskünstlern eine Plattform und Zuschauern kurzweilige Unterhaltung bietet. Auch gibt es durchaus Talente zu entdecken.

Aus elf Bewerbungen wurden auch dieses Jahr fünf Finalisten ganz unterschiedlicher Genres ausgewählt. Jeder hat 15 Minuten Bühnenzeit und seine Fans mitgebracht, gibt es hier doch neben dem Jurypreis (Rudolf-Werner Dreier, Simon Waldenspuhl, Karola Mohr, Michael Backhaus, Anna Shumaylova) auch einen Publikumspreis – zwei Fässer Bier – zu gewinnen. Ruhm und Ehre seien neben dem Sprungbrettpotential das Wichtigste, betont Moderator Lukas Mak, der letztjährige Gewinner. Der gibt sich verspult und macht grandios stümperhafte Ansagen mit vielen Versprechern und "Ähs".

Den Publikumspreis hat die A-cappella-Pop-Band Anders sicher in der Tasche: Professionell und tonsicher singen sich die fünf langjährigen Schulfreunde durch ihr eigenes Songrepertoire und bieten sogar noch eine lustige Boygroup-Choreografie. Frontmann Johannes Berning moderiert mit Charme und Selbstironie. Toll ist vor allem ihr Fernsehmedley, bei dem sie durch Titelmelodien vom "Tatort" bis zur Müsliwerbung switchen. Dafür gibt es auch von der Jury den zweiten Preis.

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Stand-up-Comedian David Keck von der Pädagogischen Hochschule erzählt launige Alltagsanekdoten aus Bibliothek und Frisörsalon, geht aber ohne Preis von der Bühne. Ebenso wie Damian Correa aus Berlin, was sehr schade ist: Schön bissig und punktgenau gerappt sind seine, Freiburg gewidmeten Schmähgedichte. Den dritten Preis erhält der Musikkabarettist Zacharias Heck aus Karlsruhe: Exzentrisch und sarkastisch sind sowohl seine Lieder am Piano als auch die chaotischen Überleitungen.

Dass Sophie Passmann dann diesen Nachwuchswettbewerb gewinnt, verwundert: Klar ist die Stand-up-Künstlerin frech, doppelbödig und böse, aber doch schon seit Jahren eine feste Größe in der Slam-Poetry-Szene.

Autor: Marion Klötzer