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01. Dezember 2011
Körner für die gackernden Musiker
Die PH-Playmates überzeugen in Susanne Franz’ Inszenierung "La Línea" auf Englisch.
Die Musiker nehmen ihren Platz ein. Zwei Trompeterinnen tragen Sombrero-Hüte, andere sind traditionell mexikanisch gekleidet. Als das Saallicht erlischt, kommt Leben in die Gruppe – und ihre Energie verbreitet augenblicklich gute Laune. Schon in der ersten Szene sind laute Lacher programmiert: Die Musiker gackern wie Hühner, und Miguel und Elena, die Hauptfiguren des Stücks, werfen ihnen Körner vor die Füße.
Dabei ist der Kern der Geschichte von "La Línea" nicht besonders lustig. Das Stück spielt in Mexiko und handelt von Miguel, der an seinem 15. Geburtstag einen Brief von seinem Vater bekommt: Er soll in die USA nachkommen – über die Grenze, "la Línea". Als Miguel aufbricht, entdeckt er, dass seine kleine Schwester Elena ihm gefolgt ist. Er nimmt sie mit, und zusammen müssen sie einige Hindernisse überwinden: Da sind der mafiöse Juanito, der dicke mexikanische Polizist, die Soldaten und die Banditen. Sie werden gehetzt und gejagt, die Wüste ist heiß und erbarmungslos. Doch allein sind sie nicht, Freunde, Helfer und Helfershelfer stehen bereit, um die Kinder über die gefährliche Grenze zu bringen.
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Das Stück nach dem gleichnamigen Roman der amerikanischen Autorin Ann Jaramillo wird von den "Playmates", der Theatergruppe der Pädagogischen Hochschule, auf Englisch aufgeführt. Doch die Sprache ist leicht verständlich: Mimik und Gestik der Schauspieler machen nicht verstandene Wörter oder Sätze rückwirkend klar. Für viel Amüsement sorgt beim Publikum der mexikanische Akzent, den einige Charaktere in ihr Englisch einbringen. Es ist eine erfrischende und einnehmende Inszenierung, die die Regisseurin Susanne Franz, die Produzentin Mechthild Hesse und ihre Studenten auf die Bühne gebracht haben.
Seit mittlerweile acht Jahren verfolgen Franz und Hesse das Ziel, ein glaubwürdiges, verständliches und spannendes Stück in englischer Sprache aufzuführen – es ist ihnen einmal mehr gelungen. Die Musik ist auf die Handlung abgestimmt, und man merkt den Mitwirkenden an, wie sehr es ihnen Freude macht, ihr Publikum zu bespaßen. Einige der Schauspieler und Musiker haben Mehrfachrollen: So sieht man eine der mexikanischen Trompeterinnen plötzlich als dicken Polizisten fluchen und später hinter dem Schlagzeug sitzen. Die PH Playmates wuchsen während der sechs, sieben Wochen Probenzeit erkennbar als Gruppe zusammen, und mit ihrem Enthusiasmus zogen sie das Publikum in ihren Bann. Die Produzentin, die Regisseurin und die Studierenden haben einen unterhaltsamen Abend auf die Beine gestellt – das Premierenpublikum war sich einig: Sombrero ab! – Weitere Aufführungen: 1. und 2. Dezember, jeweils 20 Uhr, in der Aula der Pädagogischen Hochschule; 14. Februar, 19 Uhr, im Kleinen Haus des Freiburger Theaters.
Autor: Ina Richter
