KRITIK IN KÜRZE

klz

Von klz

Mo, 25. Juli 2011

Theater

Eva macht grade Putzpause, Adam probt fürs nächste Vorsprechen, so stolpert man in dem kleinen Theater fast zufällig übereinander. – Nicht unbedingt ein romantisches Rendezvous nach hunderttausend Jahren. Und gleich dreht sich wieder alles um die Frage aller Fragen: War es die Apfel-Aktion damals wirklich wert gewesen? – Unbedingt!, meint die lebenshungrige Eva (mitreißend: Simone Rosa Ott), "Ich bin da irgendwie mit reingezogen worden", schmollt Adam (gefühlvoll-melancholisch: Christian Packbier), der lieber heut als morgen ins Paradies zurück will. Doch das gibt’s zwischen Mühsal und Verantwortung nur noch portioniert... Aus diesem Urkonflikt strickt Regisseurin und Autorin Susanne Franz in ihrem prämierten und 2009 im Wentzingerhaus uraufgeführten Stück "Eva oder die Freiheit der Fische" einen poetischen und philosophischen Dialog: Eine Art szenisches Denkexperiment, das innerhalb der Reihe "Sommerlaune" wunderbar in die Scheune des Ebneter Schlosses passt, bietet sich hier doch viel archaisches Gebälk inmitten eines Garten Eden. Musikalisch virtuos begleitet von Akkordeonist Hartmut Saam, ringt das biblische Paar noch einmal um Liebe und Freiheit, mal federleicht, mal fatalistisch schwer. Für die Bühne ist der Text bisweilen allzu literarisch, Handlung findet nur in der Rückschau statt – doch das machen pfiffige Regieideen und schauspielerische Leistung wett.
– Täglich bis 28. Juli und vom 3. bis 13. August, jeweils 20.15 Uhr. Schloss Ebnet. Karten: Tel. 0761/496 88 88