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22. Mai 2013

Migration, Inklusion und Identität

Im Juni macht das europäische Kulturprojekt "Caravan – Artists on the Road" für zehn Tage Station in Freiburg.

  1. Odin Theater: The Chronic Life. Foto: Jan Rüsz Foto: Jan Rusz

Sprachliche, soziale und kulturelle Grenzen mittels Kunst zu überwinden – das ist das Hauptziel des europäischen Projektes "Caravan – Artists on the Road". Vom 7. bis 16. Juni wollen die Akteure des reisenden Sozial- und Gesellschaftstheaters Freiburg in eine (noch) bunte(re) Kulturlandschaft verwandeln: mit Theateraufführungen, Vorträgen, Workshops und Diskussionen. Unterstützt werden die internationalen Künstler vor Ort von dem Freiburger Verein Pakt, der seit 2003 Projekte kultureller Bildung mit Menschen aller Altersklassen verwirklicht.

Viele der Veranstaltungen, die vor allem im E-Werk und dem Schloss Ebnet stattfinden, sind kostenfrei. "Das geht, weil die Europäische Union das Caravan-Projekt finanziert", erläutert Felicia Jübermann, die als Pakt-Mitarbeiterin gemeinsam mit Benedikt Ocker die Projektleitung in Freiburg übernommen hat. So können umsonst besucht werden etwa das Konzert eines arabisch-jüdischen Mädchenchors aus Tel Aviv (8. Juni, 17 Uhr im Schloss Ebnet), Vorträge über Landschaftstheater (Uli Jäckle, 10. Juni, 19 Uhr, E-Werk), das "Theater der Gegenseitigkeit" des Schauspielers und Musikers Kai Bredholt (11. Juni, 19 Uhr, E-Werk) oder über postmigrantisches Theater von der türkischstämmigen Shermin Langhoff, künftige Intendantin des Maxim Gorki Theaters in Berlin (15. Juni, 18 Uhr, E-Werk) – und schließlich die großen Eröffnungs- und Abschlussfeiern im E-Werk.

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Andere Veranstaltungen kosten Geld – vor allem die Theaterworkshops mit den Internationalen Jasonites, die sich aus der Truppe des dänischen Odin Teatret rekrutieren und dem Regisseur Uli Jäckle, der am Freiburger Stadttheater unter anderem "Das doppelte Karottchen" realisierte, für das er den Kaiserstuhl theatralisch eroberte. (Workshop: 8. bis 10. Juni, Schlosspark Ebnet). In den Workshops geht es um aktuelle soziale Themen wie Migration, Inklusion oder Identität – und deren kulturelle Dimension.

Zum Teil kosten auch die von Schauspielern und Regisseuren aus ganz Europa realisierten Theaterstücke keinen Eintritt: etwa "Banana Revival" (The Jasonites) am 7. Juni im E-Werk.

Da sich auch die Theaterstücke mit sozialen Themen befassen, sind sie, so Felicia Jübermann, stellenweise düster. "The Chronic Life"(Regie: Eugenio Barba, Odin Teatret) etwa spielt im Jahr 2031, unmittelbar nach Ende des dritten Bürgerkriegs. Menschen aus vielen Ländern Europas treten einander mit ihren unterschiedlichen Erwartungen und Träumen entgegen. (13. /14. /15. Juni, jeweils 20 Uhr, E-Werk) In "Tomorrow" (Regie: Julia Varley, The Jasonites) geht es um eine ernste junge Generation, die erlebt hat, wie alle Theater gebrannt haben. (10./11. Juni, 21 Uhr, E-Werk) Als "musikalisch-komisches Familienstück" wird "Banana Revival" vom Veranstalter charakterisiert: Darin geht es um einen Außenseiter, der in einem fremden Land versucht, Tritt zu fassen.

Alle Termine unter:      http://www.pakt-ev.de/caravan.html

Autor: Heidi Ossenberg