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06. März 2009
Schüler spielen Theater
Wie ein Vorgeplänkel zur aktuellen Finanzkrise
Die Abschlussklasse der Integrativen Waldorfschule Emmendingen spielt Lutz Hübners "Bankenstück".
EMMENDINGEN (mzd). "Einen Klassiker kann man immer aufführen, doch dieses Theaterwerk hat aktuelle Brisanz", erklärt Johannes Diez im Vorfeld der Premiere des Theaterstücks, das die Abschlussklasse der Integrativen Waldorfschule Emmendingen heute, Freitag, und morgen, am Samstag, jeweils von 19.30 Uhr an in der Emmendinger Steinhalle aufführen wird.
Lutz Hübners "Bankenstück" thematisiert den Berliner Bankenskandal, so der Heilpädagoge der 12. Klasse. Aus heutiger Sicht ein Vorgeplänkel für die aktuelle Finanzkrise.
Im Stück siegt zunächst die Revolution, stellen die Kommunarden die Schuldigen der Bankenpleite vor Gericht (Foto). "Eine Szenerie, die gar nicht so unrealistisch erscheint, wenn ein Staat, die Ordnungsmacht zusammenbricht", so Diez. Wie es weitergeht lässt er gemeinsam mit Deutschlehrer Wolfgang Dästner offen, um dem Publikum nicht die Spannung zu nehmen. Das wird, wie auch schon beim letztjährigen Stück, mitten in der Inszenierung sitzen, denn die Schauspieler werden die ganze Halle bespielen. "So kann sich das Publikum dem Geschehen auch gar nicht entziehen", sagt Diez.
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Für das Stück haben sich die Schüler, denen bei der Aufführung die Elftklässler zur Seite stehen, nach einem langen Entscheidungsprozess vor Weihnachten festgelegt. Es sei gar nicht einfach gewesen, für die sieben Schülerinnen und vier Schüler ein Stück zu finden. Dazu sollten auch die vier behinderten Mitschüler spielbare Rollen übernehmen können. Verständnis dafür bringt auch der Theaterpädagoge und Regisseur Stefan Wiemers mit, der für die Inszenierung gewonnen werden konnte.
"Das Wichtigste an der Erarbeitung war, dass sich die Spieler in das Stück und ihre Rollen einfinden", sagt Diez. Bevor der Text gelernt werde, sei es wichtig, ein Verhältnis zur Person der Rolle zu entwickeln, ein Gespür dafür, was sie sagen könnte. Diese Identifikation sieht er auch als das Wesentliche an der Erarbeitung eines Theaterstücks. "Die Fähigkeit, sich in ein Gegenüber versetzen zu können, werden die Schüler im Leben noch vielfach brauchen", meint Diez.
Autor: mzd
