Therapie gegen alltägliche Stress-Spirale

Jannik Jürgens

Von Jannik Jürgens

Mi, 05. September 2018

Bad Säckingen

Im Aqualon in Bad Säckingen wird neu "Biofeedback" angeboten.

BAD SÄCKINGEN. Stress hat jeder, doch einige Menschen kommen damit besser zu recht als andere. Im Aqualon gibt es nun ein neues medizinisches Therapieangebot, das helfen soll, mit den Stress umzugehen: Biofeedback ist eine schulmedizinische Behandlungstechnik, die zur Entspannung, Rehabilitation und Optimierung eingesetzt wird.

Aqualon-Geschäftsführer Franc Morshuis freut sich, dass die Therme dadurch breiter aufgestellt wird. "Wir entwickeln unsere medizinische Kompetenz weiter", sagt Morshuis. Stephan Bert von der Praxis Schmerztherapie Hochrhein hat die ärztliche Leitung des neuen Angebots inne. Es handelt sich um eine Individuelle Gesundheitsleistung, das heißt Private Krankenkassen übernehmen die Behandlung, gesetzlich Versicherte müssen Biofeedback selbst zahlen.

"Das Ziel der Behandlung ist, dass sich die Patienten besser kennenlernen", sagt Stephan Bert. Bei Kopfschmerzen, hohem Blutdruck und Beklemmungen könne Biofeedback helfen. Denn: Oft merken Menschen gar nicht, wie gestresst sie sind und woher ihre Beschwerden kommen. "Da ist Biofeedback ein Bindeglied zwischen den körperlichen Schmerzen und den psychischen Ursachen", sagt Bert. Bei der Behandlung werden der Puls, die Muskelspannung, die Weite der Blutgefäße, die Atemtiefe und der Hautleitwert gemessen. Zunächst erstellt der Arzt ein Stressprofil, bei dem der Patient im Wechsel stressverursachende Aufgaben lösen oder soll sich entspannen soll.

Am Computer wird das Profil dann analysiert. "Dabei kann möglicherweise deutlich werden, dass sich jemand in einem Daueralarmzustand befindet", sagt Stephan Bert. Zusammen mit dem Patienten erstellt der Arzt oder eine der beiden Therapeutinnen eine individuelle Therapie, um den Stress besser zu bewältigen. "Das hat viel mit Kopfhygiene zu tun", sagt Biofeedback-Therapeutin Yolande den Tonkelaar. Die Patienten versuchen zum Beispiel, sich positive Nachrichten in Erinnerung zu rufen – und weniger zu grübeln. Wenn das klappt, wird das sofort auf dem Bildschirm deutlich. Und die Stresskurve fällt ab. "Einige Patienten schaffen es dann auch im Alltag, diese Mittel einzusetzen und der Stress-Spirale zu entgehen", sagt Bert.