Olympia 2018

Tinder-Nutzung in Olympischem Dorf in Pyeongchang explodiert

Anika Maldacker, sid

Von Anika Maldacker & sid

Di, 13. Februar 2018 um 17:54 Uhr

Olympische Spiele

Um 1850 Prozent ist die Zahl der Tinder-Nutzer in Pyeongchang gestiegen. 110.000 Kondome wurden im Olympischen Dorf verteilt – so viele wie noch nie bei Olympischen Winterspielen.

Im südkoreanischen Pyeongchang herrscht Andrang. Nicht nur vor Ort mit den rund 3000 Olympischen Athleten aus aller Welt, sondern auch virtuell bei der Dating-App Tinder. Um 1850 Prozent ist die Zahl der Tinder-Nutzer im Olympischen Dorf in Pyeongchang angestiegen, wie aus Daten der Dating-App hervorgeht.

Möglich ist das durch eine Funktion der Tinder-App, die nur Premium-Nutzern offen steht: Die sogenannte Reisepass-Funktion erlaubt den geografischen Standort beliebig zu ändern. So werden nicht nur Nutzer angezeigt, die sich im Umkreis von 160 Kilometer n befinden, sondern weltweit.

Auch die Aktivitäten innerhalb der App sind im Olympischen Dorf derzeit rege. Denn Daten der Dating-App zeigen, dass die Nutzung der App im Olympischen Dorf um 348 Prozent anstieg. Das Nach-Rechts-Wischen, also das Signal des Nutzers an den anderen Tinder-Nutzer, dass Gefallen besteht, stieg sogar seit der Eröffnung der Winterspiele um 565 Prozent an. Die sogenannten "Matches", also gegenseitige Signale der Sympathie, seien sogar um 644 Prozent angestiegen.

Eine Instagram-Seite zeigte bis vor kurzem noch angebliche Tinderprofile von Olympischen Athleten. Inzwischen ist die Seite jedoch nicht mehr auffindbar.

Die Kondom-Rate bei Olympia

Kein Wunder, dass die Tinder-Nutzung im Olympischen Dorf so nach oben schnellte: Insgesamt 110.000 Kondome wurden dort verteilt – ein Rekord bei Olympischen Winterspielen. 1988, als die verteilten Kondome erstmals gezählt wurden, waren es 8500 Stück.

Zum Vergleich: In Rio de Janeiro wurden 2016 bei Olympia 450.000 Kondome verteilt. Rekord für Olympische Sommerspiele.



Schon bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul waren erstmals Gratis-Kondome an die Athleten verteilt worden. Dabei gilt das Land in Sachen Sex auch heute noch als extrem konservativ. "Es ist gut möglich", sagt Professor Hyeouk Chris Hahm, der an der Universität in Boston die sexuellen Verhaltensweisen der Südkoreaner erforscht hat, "dass nun ein offener Umgang mit der Thematik in Gang gesetzt wird." Und es deshalb bald noch mehr Profile auf Tinder gibt.