Da waren’s nur noch drei

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Fr, 10. Februar 2017

Tischtennis

NACHGEFRAGT: Frauen des TTC Ringsheim ziehen Team zurück.

TISCHTENNIS Landesliga Frauen. Der Blick ins Archiv zeigt zwei Dinge. Frauen und Kinder haben schon immer eine Rolle in der sportlichen Geschichte des TTC Ringsheim gespielt. Aber leider ist dies eine Zustandsbeschreibung der Vergangenheit.

Am 14. Januar schlossen Marion Spitznagel und Sarah Kunow sowie Kerstin Spitz und ihre Tochter Anke um 21.10 Uhr das letzte Kapitel eines traditionsreichen Sports in der südlichen Ortenau. Und zweifelsfrei spielte dabei Wehmut mit, wie Kerstin Spitz am Telefon erläuterte, "aber wir hatten keine andere Wahl."

Was war geschehen? Wiebke Janzen wurde beruflich nach Stuttgart versetzt. Marion Spitznagel, die junge Mutter, konnte sich aufgrund der familiären Belastung nur noch die Heimspieltermine ermöglichen. Bei Kerstin Handschuh brachten Veränderungen im familiären Bereich die Abwesenheit an Wochenenden mit sich. Da waren es nur noch drei Spielerinnen mit Landesliganiveau. "Das ist zu wenig, um mit einer Mannschaft am Spielbetrieb in der Landesliga teilnehmen zu können", sagt die 48-jährige Kerstin Spitz und ordnet den Rückzug auch sportlich ein. "Das ist heftig", sagt die Spielausschussvorsitzende des TTC Ringsheim.

Sportlich wäre der Rückzug nicht notwendig gewesen

Sportlich wäre der Weg nicht notwendig gewesen. Mit zehn Punkten rangierte die Mannschaft zum Zeitpunkt der Abmeldung auf Rang sieben der Liga. Da waren schon zwei Spiele geschenkt gewesen, weil bei Auswärtsspielen der Vorrunde nicht angetreten werden konnte.

Vor allem für den Nachwuchs ist die Situation ohne Frauenmannschaft nicht unkompliziert. Das 15 Jahre alte Talent Sarah Kunow steht nun ohne die sportliche Herausforderung in der Landesliga da. Sie wird sich wahrscheinlich einen ihrer Spielklasse entsprechenden Verein suchen müssen. Für den TTC Ringsheim bleibt die Hoffnung mal wieder eine Frauenmannschaft stellen zu können. "Aber Schlange stehen Spielerinnen aus anderen Vereinen bei uns nicht." Ein wenig Hoffnung verbindet Kerstin Spitz mit der Einführung des so genannten Braunschweiger Systems für die Erwachsenen in Südbaden. Dann kann mit nur drei Spielern eine Mannschaft für den Ligenspielbetrieb gemeldet werden.

Mit diesem Wunsch steht sie sicher nicht alleine da: Die Ringsheimer Sorgen sind in der Szene kein Einzelfall. Allein dieser Umstand mag für Kerstin Spitz nur ein schwacher Trost sein. "Das ist halt eine traurige Geschichte."