Schwarzwald-Tatort

Bestatter aus Eisenbach spielt im Schwarzwald-Tatort mit

sils, tab

Von Silas Schwab & Tanja Bury

Mi, 27. September 2017 um 18:35 Uhr

Titisee-Neustadt

Am Sonntag feiert der Schwarzwald-Tatort Premiere. Mit dabei sind zwei Hochschwarzwälder – und ihr Auto. Bestatter Manfred Schätzle transportiert mit seinem Wagen die Fernsehleiche ab.

Sonntags um 20.15 Uhr wird in Deutschland todsicher gemordet: Im Ersten läuft der Tatort. Am 1. Oktober nun feiert die Kult-Krimireihe eine für die Region besondere Premiere, denn das neue Schwarzwald-Ermittlerteam löst seinen ersten Fall. Mit dabei sind auch zwei Hochschwarzwälder und ihr Auto: Bestattungsunternehmer Manfred Schätzle und sein Sohn haben mit ihrem Wagen die Fernsehleiche abtransportiert.

Manfred Schätzle aus Eisenbach führt das Bestattungsinstitut Bisch. Mit einem Mord hat er es dabei noch nie zu tun bekommen. Regelmäßig aber kommt er mit Gewaltverbrechen in Kontakt – wenn er am Sonntag gemeinsam mit seiner Frau den Tatort schaut. "Aber in letzter Zeit gefallen mir die Folgen nicht mehr so", gibt der Bubenbacher offen zu. Seine Hoffnung liegt deshalb auf dem Schwarzwald-Tatort, in dem er, sein Sohn und vor allem sein Leichenwagen zu sehen sind.

"Wir haben Bilder von unserem Auto geschickt – und dann kam die Einladung zum Dreh an der Wutach." Manfred Schätzle, Bestatter aus Eisenbach
Wie es dazu kam? "Der SWR hat sich bei mir gemeldet, weil ihm die anderen Autos nicht so gepasst haben", erklärt Schätzle. Eigentlich hätten Bestatter aus der Nähe des Drehorts bei Boll in der Wutachschlucht als Statisten beteiligt werden sollen, Schätzles Wagen gefiel dem Regisseur Robert Thalheim aber besser. "Wir haben Bilder von unserem Auto geschickt – und dann kam die Einladung zum Dreh an der Wutach."

Gemeinsam mit seinem Sohn Patrick fuhr Manfred Schätzle an einem Tag im März um 10 Uhr zum genannten Drehort. "Tatsächlich dran war unsere Szene aber erst um 15 Uhr", erzählt Schätzle. Die Wartezeit wurde mit zahlreichen Gesprächen mit den Beteiligten gefüllt. Auch bei den Aufnahmen durften Vater und Sohn zuschauen. Manfred Schätzle hat den Tag als sehr interessant empfunden: "Alle Leute waren sehr angenehm und es war spannend zu sehen, wie so ein Filmdreh abläuft." Neben den vielen positiven Eindrücken vom Drehort hat der Bubenbacher aber auch mitgenommen, dass "viele Leute einfach nur rumstehen".

Der Dreh der Leichenwagen-Szene dauerte zwei Stunden: für paar Sekunden Film

Als es für Manfred Schätzle und seinen Wagen endlich "Film ab" hieß, wurde es anstrengend: Allein die Szene, in welcher der Leichenwagen "vermutlich nur ein paar Sekunden" zu sehen ist, wurde länger als zwei Stunden gedreht. Knapp zwanzig Mal musste Schätzle hin und her fahren, bis Regisseur Robert Thalheim zufrieden war. "Das einzige Problem dabei war eigentlich, dass es total kalt war", meint der Bestatter lachend. Doch dafür konnte der SWR ja nichts.

Gedreht wurde im vergangenen März aber nicht nur in der Wutachschlucht, sondern drei Wochen lang auch in Bernau und Häusern.

Im Schwarzwald-Tatort "Goldbach" müssen die beiden Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) den Tod eines elfjährigen Mädchens aufklären. Außerdem geht es darum, den verschwundenen Nachbarsjungen des Opfers zu finden. Und damit nicht genug: Das Ermittlerduo muss auch ein geheimes Waffenlager im Schwarzwald ausheben. Trauer und Misstrauen ziehen in das fiktive Schwarzwalddorf ein.

Bestatter Manfred Schätzle weiß noch mehr von der Geschichte, darf davon aber auf keinen Fall etwas preisgeben. "Die Leute vom SWR haben das angewiesen." Dabei war er längst nicht der einzige lokale Nebendarsteller. Einwohner aus Häusern, Menzenschwand und St. Blasien haben etwa bei der Darstellung der Spurensicherung mitgeholfen. Auf das Ergebnis der Bemühungen ist Manfred Schätzle sehr gespannt.

Am Dienstag wurde der neue Schwarzwald-Tatort im SWR-Studio in Freiburg geladenen Gästen gezeigt, mit dabei waren die Hauptdarstellung und Regisseur Thalheim. Dabei wurde bekannt, dass die Dreharbeiten für die zweite Folge schon in drei Wochen beginnen – wohl wieder im Gebiet St. Blasien.

Auch Manfred Schätzles Fernsehkarriere, beziehungsweise die seines Autos geht weiter: Die Anfrage für einen nächsten Tatort-Einsatz liegt schon vor.

Einladung zum Tatortschauen
Die BZ lädt am Sonntag, 1. Oktober, zum gemeinsamen Tatortschauen ins Neustädter Krone-Theater ein. Beginn ist um 20.15 Uhr, Einlass ab 19.45 Uhr. Der Eintritt ist frei, jeder Besucher bekommt ein Glas Sekt. Anmeldung unter Tel. 0800/22 24 22 431 (gebührenfrei).