Das Leben im Alter ein wenig angenehmer machen

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Do, 05. Juli 2018

Titisee-Neustadt

Der Förderverein trägt seit 20 Jahren zu Projekten im Seniorentrum St. Raphael bei / Karl-Heinz Siemes ist treibende Kraft von Anfang an.

TITISEE-NEUSTADT. 20 Jahre alt ist der Förderverein Seniorenzentrum St. Raphael. Gefeiert wird heute im geschlossenen Kreis mit Kaffee und Kuchen, Streich- und Blasmusik sowie später mit Grillen und Musik von Arnold "Seppi" Löffler. Mit gezielter finanzieller Hilfe hat der Förderverein den Heimbewohnern ein angenehmes, abwechslungsreiches Leben zu ermöglicht.

Karl-Heinz Siemes ist seit Gründung am 27. Juli 1998 der Vorsitzende. Seine Frau Anita führt seit 16 Jahren die Kasse. "Der Förderverein war der erste Verein meines Mannes, davor hatte er nichts mit Vereine zu tun", berichtet Anita Siemes. Als damals das St. Raphael renoviert wurde, mussten die Fördermitglieder den Trägerverein verlassen. Die Satzung schrieb vor, das ab einem bestimmten Geldbetrag immer die Mitgliederversammlung einzuberufen war – und bei den Renovierungssummen wäre dies in einem fort so gewesen.

Das war die Geburtsstunde des Fördervereins. Pfarrer Rudolf Ullrich sagte damals zu Karl-Heinz Siemes: "Das machst du." Beide kannten sich aus dem Liturgiekreis. So wurde Siemes Vorsitzender des Fördervereins. Sein Stellvertreter war damals Erhard Kropp.

Der Vorstand im Jubiläumsjahr besteht aus Karl-Heinz Siemes, seinem Stellvertreter Michael Kaiser, Kassiererin Anita Siemes, Schriftführer Rolf Jahn und den Beisitzern Dorothea Obermann, Angela Schindler, Marco Kuhn-Schönbeck (Geschäftsführer St. Raphael) und Waltraud Niebling (Pfarrgemeindevertreterin).

Beiträge, Spenden und Aktionen bringen Geld

Im Jubiläumsjahr zählt der Verein 88 Mitglieder, darunter die Gemeinden Titisee-Neustadt, Eisenbach, Hinterzarten und Breitnau. Anfangs waren es mehr als 100, 24 Mitglieder sind seit Anfang an dabei. Mit dem Neubau Felsele sind einige neue Mitglieder hinzukommen. Der Mindestmitgliedsbeitrag beträgt zehn Euro. Wenige Mitglieder geben 150 Euro. Der Altersdurchschnitt der Mitglieder ist hoch – sie sind mit dem Verein älter geworden.

Rund 3300 Euro kommen so jährlich in die Kasse. Weitere finanzielle Unterstützung gibt es durch Spenden, die schwanken, 3000 sind es im Durchschnitt jährlich. Um Geld für Projekte zu bekommen, zeigt sich der Verein auf dem Weihnachtsmarkt und auf dem Wochenmarkt mit Kuchenverkauf. In den ersten Jahren bestritt er Flohmärkte und Ausstellungen. Die brachten ein dickes Polster. Das ist jetzt aber bis auf 2000 Euro aufgebraucht.

Das meiste Geld hat der Verein in die Erneuerung der Toilettenanlagen im Untergeschoss beim Großen Saal gesteckt. "Der Trägerverein des St. Raphael hat den Umbau immer wieder verschoben, es war kein Geld übrig. Da haben wir vom Förderverein die Finanzierung übernommen", erinnert sich Karl-Heinz Siemes. 60 000 Euro kostete der Umbau. Der Verein gab 28 000 Euro und bezahlt zehn Jahre rund 7000 Euro Tilgung und Zins an das Seniorenheim, das den Kredit aufgenommen hat. Noch fünf Jahre sind die Raten zu bezahlen. Dann kann der Verein neue Projekte suchen.

Mit 1000 Euro wird jedes Jahr die Ferienwoche unterstützt, für die Bewohner die Zäpflebahn und das Kutschenfahren bezahlt und zudem bei Ausflügen Kaffee und Kuchen spendiert. "Die Ausgaben belaufen sich im Jahr auf 8000 bis 9000 Euro", weiß Kassiererin Siemes. Und so viel Geld muss erst einmal erwirtschaftet werden über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Aktionsverkäufe.

13 5700 Euro sind bisher eingesetzt worden

135 700 Euro hat der Förderverein bis Ende 2017 den Bewohnern des St. Raphael für ein angenehmes Leben zu kommen lassen. Da sind für 28000 Euro der Teich mit Pavillon, den Anita und Karl-Heinz Siemes zwei Mal gestrichen und der Vorstand mitaufgebaut hat, sowie asphaltierten und gepflasterten Wege dorthin. Der Verein unterhält den Teich mit Goldfischen und Bepflanzung. Weitere Projekte sind: Vorführtechnik für den Medienraum, um Filme zu zeigen (7000 Euro), Kostenbeteiligung bei der Einrichtung eines 50er-Jahre-Friseursalons (5000 Euro), Massageliege für Bewohner und Personal und zwei Transportstühle (7000 Euro), Seminar "Konstruktives Streiten" für das Pflegepersonal (5500 Euro), Digitalkamera für Dokumentation für die Pflegedienstleistung (200 Euro), das Toilettenprojekt (60 000 Euro). Hinzu kamen Unterstützung für die Ferienwoche die Zäpflebahn, Kutschfahrten, Kaffee/Kuchen bei Ausflügen (13 500 Euro) sowie Zuschüsse an Mitarbeiter für Ausflüge und gemeinsames Essen (7000 Euro).

Seine Arbeit sei "verhältnismäßg gering", sagt Karl-Heinz Siemes. Den meisten Aufwand machen die Aktionen wie Weihnachtsmarkt und Kuchenverkauf, da sind er und seine Frau in den vergangenen Jahren sehr gefordert. Mittlerweile verkaufen sie nur noch im St. Raphael.

"Mein Mann ist selbstsicher und offener geworden in den 20 Jahren", sagte Anita Siemes, "er kapselt sich nicht mehr ab, wir gehen oft gemeinsam weg und besuchen Konzerte."

Bis 2020 ist der Vorstand gewählt. Karl-Heinz Siemes wird 80 und seine Frau 81 Jahre alt. Gerne würde sie die Kasse weitergeben. Er weiß noch nicht, ob er noch weitermacht. In der Satzung ist mittlerweile geregelt, dass der Geschäftsführer von St. Raphael die Leitung übernimmt.